Zengö macht Rätsche zum Tanzhaus Ungarisches Ensemble sorgt für Bewegung

Zengö vereint die archaischen Töne der alten ungarischen Bauernmusik, eigentümliche Melodien der asiatischen Urkultur und europäischen Harmonien.

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Wenn so auf der Bühne gewirbelt wird, dann hält dies auch das Publikum kaum auf den Stühlen. Zengö sorgte für Bewegung in der Rätsche. Foto: Markus Sontheimer

Das sechsköpfige Ensemble Zengö riss am Samstagabend in der Rätsche das Publikum mit seiner rasanten authentischen Volksmusik mit und verwandelte den Geislinger Schlachthof am Ende des Konzertes sogar in ein fröhliches "Tanzhaus".

Der Name des Ensembles deutet auf die Herkunft der Musiker und auf ihren Anspruch hin: Denn Zengö ist der Name des höchsten Berges im südungarischen Mecsek-Gebirge, an dessen Fuß das Heimatdorf der Musiker liegt. Zengö steht im Ungarischen auch für die gute Resonanz eines wohlgestimmten Instrumentes.

Seit 30 Jahren hat sich das virtuose Ensemble der urwüchsigen Volksmusik und den traditionellen Instrumenten seiner Heimat verschrieben: Violine und Laute (Lajos Bergics), Zither und Sackpfeife (Ádám Csete), Tambura (Márton Tóth) und Kontrabass (Balázs Bergics) bilden den perfekt eingespielten musikalischen Hintergrund für die betörende und durchdringend-schöne Stimme von Vivien Gráf.

Galoppierende Hirtenmelodien und wirbelnde Csardas-Tänze verschmelzen mit den wehklagenden Gesangsharmonien Zentralasiens, türkische Elemente treffen auf die Liedtradition Siebenbürgens, musikalische Bearbeitungen von Béla Bartók stehen neben Eigenkompositionen und Improvisationen. Teilweise halsbrecherisch rasant und aufgeregt flirrend sind die Stücke, aber auch wohltuend ruhig, schwermütig und fast meditativ in ihrer Zirkularität.

Das Tüpfelchen auf dem i sind die temperamentvollen Tanzeinlagen von Márton Tóth, der seine langen Beine in schier unmöglich scheinendem Winkel in die Höhe wirft, stampft, springt, "balzt" und mit Sängerin Vivien Gráf ausgelassen über die Bühne wirbelt.

Gegen Ende des Konzertes hält es auch einen Großteil des Publikums nicht mehr auf den Stühlen, denn Márton Tóth gibt den Zuhörern einen Schnellkurs im ungarischen Springtanz. "Ganz einfach und für jedes Alter zu empfehlen", verspricht Zengö-Chef Lajos Bergics. Doch die letzten 15 Minuten des Programms werden für Volkstanz-Neulinge durchaus schweißtreibend: Profi Márton Tóth führt seine Mittänzer in immer schnelleren Kreis- und Spiralfiguren durch den Schlachthof und es wird eifrig gesprungen, gepfiffen und geklatscht. Die feurigen Klänge der "echten" ungarischen Volksmusik ließen auch in Geislingen niemanden kalt.

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