ZDF-Talkshow: "Crash"-Kurs für Theo Waigel

Der Untergang des Euro ist für Marc Friedrich nur noch eine Frage der Zeit. Heute Abend ist der Bestseller-Autor aus Göppingen in der Talkshow von Markus Lanz im ZDF. Mit dabei: "Mister Euro" Theo Waigel.

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Das Autoren-Duo Marc Friedrich (l.) und Matthias Weik schwimmt auf der Erfolgswelle. Friedrich trifft heute bei Markus Lanz auf Theo Waigel.  Foto: 

Wetten, dass diese beiden Gäste heute Abend bei Markus Lanz aneinander geraten werden? Der Göppinger Marc Friedrich trifft auf "Mister Euro" Theo Waigel und damit auf einen der Schöpfer jener Währungsunion, die der Besteller-Autor und sein Kompagnon Matthias Weik für die Wurzel eines drohenden Finanzdesasters halten. Seit Monaten beherrschen die beiden Wirtschaftswissenschaftler aus Göppingen mit "Der Crash ist die Lösung" die Bestseller-Listen: 30 Wochen im Spiegel, wo der Sachbuch-Thriller aus der Finanzwelt bis auf Platz 2 kam, fünf Monate auf Platz 1 im Handelsblatt und im Manager Magazin.

"Der Euro eint nicht Europa, der Euro zerstört Europa." So lautet eine Kernaussage in dem Buch in dem sich die beiden Querdenker "mit der mächtigsten Lobby der Welt" anlegen. Sie gehen mit den Banken hart ins Gericht und zeigen sich überzeugt, dass das dicke Ende der Krise noch kommen wird - die Frage sei nur, wann. Dabei sehen sich die Finanzexperten durch aktuelle Entwicklungen bestätigt: "Wir haben die Leitzins-Senkung der EZB prognostiziert und die Minuszinsen für die Einlagen der Banken", nennt Friedrich Beispiele. Dass die Lebensversicherungen ihren Garantiezins senken und Bausparkassen gut verzinste Verträge kündigen, haben die Ökonomen ebenso vorhergesehen wie die starken Zugewinne von linken und rechten Gruppierungen bei der Europawahl. "Alles ist so eingetreten", betont Matthias Weik.

Das Interesse an den beiden Querdenkern ist riesig. Seit der Deutschland-Premiere im Mai in der Göppinger Stadthalle erscheint der "Crash" in der fünften Auflage, 75 000 Exemplare sind verkauft, nächstes Jahr folgt das Taschenbuch, und ein drittes Werk - "mit einem ganz anderen Thema" - ist in Planung. Bereits mit ihrem ersten Buch "Der größte Raubzug der Geschichte" hatten sie einen Coup gelandet: Das Werk, das die Machenschaften der Finanzindustrie aufdeckt, wurde über Nacht zum Bestseller. Seitdem reisen die beiden Autoren durch die ganze Republik. Zur jüngsten Buchvorstellung in Villingen kamen 1000 Besucher, in Berlin, Düsseldorf oder Köln war es ähnlich. "Kürzlich referierten wir in der Börse Zürich, da saßen Fonds-Manager mit einem Vermögen von 120 Milliarden Euro im Publikum und signalisierten Zustimmung", berichtet Friedrich.

Mittlerweile konkurrieren die bundesdeutschen Medien um Interviews mit den Schriftstellern. Heute Abend findet die Tour durch Fernseh- und Radiosender sowie Zeitungsredaktionen ihren vorläufigen Höhepunkt. Marc Friedrich trifft in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz auf Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel, der in den 90er Jahren entscheidend für das Zustandekommen der Währungsunion verantwortlich war. Die Bezeichnung "Euro" geht auf einen von ihm eingebrachten Vorschlag zurück.

Der Namensgeber für den Euro dürfte mit den Analysen des Göppinger Autoren-Duos nicht einverstanden sein. "Das Problem ist die Politik. Jeder Politiker denkt nur in Wahlzyklen", sagt Friedrich und meint damit auch das Nichtsehenwollen der tatsächlichen Situation in Europa. "Schulden mit Schulden zu bezahlen geht nicht". Man darf gespannt sein, was "Mister Euro" dazu sagen wird.

Info: Marc Friedrich ist heute Abend zu Gast bei der Talkshow von Markus Lanz im ZDF. Beginn: 23.15 Uhr.

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Kommentare

18.12.2014 15:16 Uhr

Man darf gespannt sein

wie die Bürger bei dieser Sendung wieder durch Medien und Politiker getäuscht werden.
Deutschland hat, Stand 30. Sept. 2014, über 2 Billionen Schulden, die Giftpapiere der EZB nicht mitgerechnet.
Würden alle 30 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte Arbeitnehmer ihr gesamtes Nettoeinkommen an den Staat abgeben (Durchschnittlich 1345 €/Monat) bräuchte es 50 Monate zur Schuldentilgung. In dieser Zeit müßten sie allerdings komplett von ihren Ersparnissen oder auf Pump leben.
Legte man an den Staat die gleichen rechtlichen Maßstäbe wie an ein Wirtschaftsunternehmen, müßte die Regierung wegen betrügerischen Bankrotts hinter Schloß und Riegel.

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