Wut über Spritpreise wächst

Mit 1,67 Euro für E5 hat der gestrige Spritpreis an einigen Tankstellen den Rekord gebrochen. Autofahrer und Transportunternehmen im Kreis leiden unter den Preisschwankungen der letzten zwei Wochen.

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Mit Spritpreisen von bis zu 1,67 Euro für einen Liter Super brechen auch die Tankstellen im Landkreis Rekorde. Autofahrer, Taxiunternehmer und Spediteure sind verärgert. Manche hoffen auf Unterstützung von Seiten der Bundesregierung. Foto: Staufenpress

Er steigt und steigt und steigt. Der Spritpreis bricht Rekorde. Das ist Autofahrern ein Dorn im Auge. "Die Preise sind zu hoch", schimpft Adem Salca aus Rechberghausen und fährt fort: "Glücklicherweise kann ich den Firmenwagen oft benutzen und spare somit etwas Spritgeld für meinen eigenen Wagen." Doch woran liegt es, dass sich die Spritpreise jetzt in die Höhe schaukeln? "Ein etwas anderer Grund könnten die Schulferien sein", überlegt Martin Müller aus Salach. Er ärgert sich über den großen Sprung von fast 20 Cent innerhalb der letzten zwei Wochen. "Jetzt versuche ich, möglichst billig zu tanken und wenn die Preise zu hoch sind, möglichst wenig einzulassen." Auch Max Fruth ärgert sich über die aktuelle Lage: "Als Berufstätiger ist man angewiesen auf ein Auto."

Verbraucher im Landkreis schieben die Schuld auch auf das Embargo gegenüber den Öllieferungen aus dem Iran. Jedoch würde sich ein solches erst Wochen später bemerkbar machen, meint Harald Kraus vom Autoclub Europa (ACE) aus Eislingen. Seiner Meinung drehen die Multis zur Zeit ordentlich an der Preisspirale, um ihren eigenen Profit zu erhöhen. Es sei kein Problem der ungenügenden Menge, meint Kraus. "Trotzdem lagen die Preise noch nie zuvor so hoch." Autofahrern rät er, die Preise bei unterschiedlichen Tankstellen zu vergleichen und so etwas Geld beim Tanken einzusparen. Hilfreich sind dafür auch Portale, bei denen man im Internet die Preise verschiedener Tankstellen vergleichen kann. "Preisbewusst tanken. Das ist zur Zeit der einzige Ratschlag, den man den Autofahrern mit auf den Weg geben kann", rät der Eislinger.

Für Taxi-Unternehmen sieht die aktuelle Situation ebenfalls nicht einfach aus. "Wir sind gezwungen, unsere Preise einzuhalten und können sie nicht den aktuellen hohen Ölpreisen anpassen", erklärt Sieghard Grenner, Inhaber des Göppinger Taxifuhrparks "Hardys Taxi". Grenner versucht derzeit, seine Ausgaben aufs Mindeste zu reduzieren. Eine weitere Lösung sieht er in Erdgas. Dieses Jahr wird er noch drei Erdgasautos in den Fuhrpark aufnehmen. "Wir haben derzeit schon ein Auto, das mit Erdgas betrieben wird, und hoffen, dass wir das im Lauf des Jahres erweitern können", erläutert Grenner. So ist das Taxiunternehmen von den Schwankungen der Spritpreise entlastet. "Ob das Einsparen funktioniert hat, sehen wir, wenn die nächste Rechnung kommt."

Bei der Spedition "Sarah Eberlein Transporte" in Salach wird ebenfalls auf Sparmaßnahmen zurückgegriffen. "Wir legen im Moment verstärkt Wert auf Ladung- und Fahrzeugoptimierung", erklärt Sarah Schröder, Geschäftsführerin von "S.E.T.". Leerfahrten werden vermieden, die Fahrzeugeffizienz verstärkt. Außerdem versucht man mit den Kunden Sparpotenziale auszuhandeln. "Das kann zum Beispiel eine Zusammenfassung verschiedener Ladungen sein", meint Schröder und ergänzt: "Es wäre natürlich auch schön, wenn uns die Regierung etwas helfen könnte. Denn ohne Transport funktioniert der Markt nicht mehr." Ihrer Meinung nach sollte der Staat regulierend eingreifen, um die Wirtschaft voran zu treiben.

"Mitgehangen - mitgefangen", heißt es bei Joachim Reisinger, Inhaber der Firma Panterra Logistics GmbH. "Wir haben zwar keinen eigenen Fuhrpark, jedoch steigen auch bei uns die Frachtpreise wegen der steigenden Benzinpreise", ärgert sich der Unternehmer.

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