Wunsch nach Ampelkreuzung geht ins Leere

Die Chancen für eine Ampelanlage an der Ortseinfahrt Zell stehen schlecht. Die Unfallstatistik spricht dagegen. Die Freien Wähler im Gemeinderat plädieren trotzdem dafür. Sicher ist: Dieses Jahr wird es nichts mehr.

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Ein geteiltes Echo riefen die Freien Wähler vor einem Jahr mit ihrem Vorschlag hervor, am Ortseingang Zell aus Richtung Bad Boll eine Ampel zu installieren. Einer Umfrage zufolge, die allerdings nicht repräsentativ war, begrüßte die große Mehrheit diese Idee. Von Anliegern der Göppinger Straße kam allerdings Protest. Denn sie befürchten, dass eine Ampel zusätzlichen Verkehr in den Ort hereinzieht, der dann vor ihrer Haustür vorbeirollen würde.

So hitzig die Diskussion zeitweise geführt wurde - im letzten Jahr tat sich nichts mehr. Geld hatte die Gemeinde keins, und dass sie "möglichst kostenneutral" zu haben wäre, glaubten auch die Freien Wähler nicht.

Mittlerweile weiß man: Von den Verkehrszahlen her wäre eine Ampel möglich, berichtete Bürgermeister Werner Link im Gemeinderat. Aus der Gemeinde kommt ungefähr ein Viertel des Verkehrs, der größere Anteil ist der Durchgangsverkehr von Bad Boll nach Aichelberg - auch zur Autobahn. Aber: Mit der Unfallstatistik lasse sich eine Ampelkreuzung nicht begründen, teilte Link mit. "Die Unfallzahlen geben das nicht her." Die Straßenverkehrsbehörde stehe dieser Idee sehr reserviert gegenüber.

Das kann Amtsleiter Karl Moser nur bestätigen. Das Kriterium für die Verkehrssicherheit seien nun mal Unfallzahlen, und damit lasse sich eine Ampel an dieser Stelle ebenso wenig begründen wie mit dem Verkehrsaufkommen. "Die Kreuzung ist kein Unfallschwerpunkt und sie ist nicht überlastet." Es gibt sogar ein Gegenargument. Als in den letzten Jahren eine provisorische Ampel stand, die wegen der Kreisel-Baustellen an der Westumfahrung notwendig wurde, seien in diesem Zeitraum mehr Unfälle passiert als sonst. Wobei Moser einschränkt, dass die provisorische Ampel nicht verkehrsabhängig geschaltet war und deswegen auch mehr Auffahrunfälle auftreten könnten.

"Rechtlich ist eine Ampel nicht notwendig", stellt Moser fest. Die Gemeinde kann nicht darauf hoffen, dass das Regierungspräsidium 75 000 Euro dafür aufbringt. Bliebe nur eins: Dass die Gemeinde selber die Ampel anschafft, für die Größenordnung von 100 000 Euro. Das ist für Bürgermeister Link ein stachliger Gedanke. "Da stellt sich die Frage: Ist es uns soviel wert?" Noch weiß man nicht, ob der Gemeinderat überhaupt diese Ampel will, die im Ort ja umstritten ist.

Wenn Zell aufs Ganze gehen wollte, wäre das ein ganz seltener Fall, sagt Moser. Er wüsste spontan kein Beispiel im ganzen Kreis. Es wäre Verhandlungssache, sagt er, das Regierungspräsidium müsste zustimmen. Und da könnten die Erfahrungen mit der provisorischen Ampel eine Rolle spielen.

Die Freien Wähler geben sich aber nicht so einfach geschlagen. Unfallzahlen seien nicht alles, erklärt Michael Dreher. Der Grund für die Forderung sei ja, dass sich Autofahrer beim Einbiegen in die Landesstraße unsicher fühlten, weil dort der Verkehr durchschieße und sie die Lücken erwischen müssten. Für Moser ist das nicht relevant. Das sei ein subjektives Empfinden, und es sei ja gut, wenn Autofahrer gut aufpassen. Der Schultes macht auch darauf aufmerksam, dass eine Ampel die Wartezeiten und Rückstaus wohl nicht verringerten.

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