Wipfel-Gipfel im Rathaus

Es war kein Friedensgipfel. Aber zum ersten Mal setzten sich Politiker, Investor und die Gegner des Baumwipfelpfads an einen Tisch und tauschten sich aus. Hauptthema: die Verkehrs- und Parkproblematik.

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Der Baumwipfelpfad in Neuschönau. So ähnlich soll auch der in Wiesensteig aussehen. Doch das Projekt ist heftig umstritten. Foto: Privat

Der geplante Baumwipfelpfad bei Wiesensteig erregt die Gemüter im Landkreis. Die Debatte wird bisweilen sehr emotional geführt, "da ist in den letzten Wochen einiges aus dem Ruder gelaufen", stellte Peter Feige (SPD) am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreistags fest und forderte eine "Versachlichung der Diskussion".

Genau dies versuchten Politiker und Gegner des Projekts am Mittwochnachmittag nicht öffentlich im Wiesensteiger Rathaus. Auf Einladung von Landrat Edgar Wolff und Bürgermeister Gebhard Tritschler fand das erste Gespräch mit den Kritikern des geplanten Baumwipfelpfads statt. Die im Gewerbe- und Fremdenverkehrsverein Wiesensteig organisierten Gegner wollen das Vorhaben verhindern und streben einen Bürgerentscheid an. Unter dem Dach dieses Vereins wurde "eine Arbeitsgruppe zur kritischen Begleitung des Projekts gegründet", teilt Susanne Leinberger, persönliche Referentin des Landrats, mit.

Genau 21 Teilnehmer waren bei der Premiere dabei - darunter auch Bernd Bayerköhler, Vorstandssprecher der Erlebnis-Akademie aus Bad Kötzting, die den Baumwipfelpfad am Reußenstein bauen will. Er stand Rede und Antwort. "Das Gespräch war von einer sachlichen Diskussion geprägt und dauerte zwei Stunden", berichtet Susanne Leinberger. Hauptthema sei einmal mehr die Frage gewesen, wie man den zusätzlichen Verkehr in den Griff bekommen und wildes Parken verhindern werde. Aber auch die Beteiligung der Bürger und die touristische Infrastruktur in Wiesensteig brannten den Teilnehmern auf den Nägeln. "Argumente wurden ausgetauscht und unterschiedliche Sichtweisen dargelegt", sagt die Referentin des Landrats. Wirklich neue Fragen oder Informationen seien aber nicht aufgetaucht.

Ergebnis dieses ersten Treffens: Der Arbeitskreis hat das Vorgehen zur Vergabe des Parkierungs- und Verkehrslenkungskonzepts konkret vereinbart. Die Landkreisverwaltung hatte bereits die Kriterien für das Papier erarbeitet, beispielsweise geht es um die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder ein elektronisches Verkehrs- und Parkleitsystem. Der Entwurf wurde am Mittwoch mit den Projekt-Gegnern abgestimmt. "Er wurde so akzeptiert, es gab keine Ergänzungen", berichtet Susanne Leinberger. Das Gutachten soll nun so schnell wie möglich vergeben werden. Der Ausschuss für Umwelt und Verkehr hatte bereits am Dienstag grünes Licht gegeben, für die Studie 15 000 Euro auszugeben.

Die Diskussion und Weiterentwicklung des Verkehrskonzepts wird ein Arbeitskreis begleiten. Mitglieder sind Bürgermeister Tritschler, jeweils ein Vertreter des Wiesensteiger Gemeinderats, des Gewerbe- und Fremdenverkehrsvereins sowie aus der Bürgerschaft und Jörg-Michael Wienecke, Verkehrsplaner im Landratsamt. "Damit ist der Prozess transparent bis ins letzte Detail", meinte Landrat Edgar Wolff am Dienstag in der Ausschusssitzung. "Das Treffen hat auf jeden Fall etwas gebracht", sagt seine Referentin. Die nächste Runde soll in etwa vier Wochen stattfinden.

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