Winter kommt angestürmt

Mit Blitz und Donner hat sich am Donnerstag der Winter zurückgemeldet: Ein Schneesturm knickte in den höheren Lagen Bäume und behinderte den Verkehr. In Göppingen währte die weiße Pracht nicht lange.

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Schon am Donnerstagmorgen rüttelten kräftige Sturmböen an den Fenstern. Bäume schwankten und knarrten im Wind, Gegenstände flogen herrenlos durch die Gegend, während sich anderenorts Mülleimerdeckel wie von Zauberhand öffneten. Das volle Ausmaß des Unwetters zeigte sich allerdings erst am frühen Nachmittag, als ein starkes Gewitter über den Landkreis hinweg. Der Himmel verdunkelte sich über weiten Teilen der Region. Es stürzten Temperaturen und Luftdruck gleichermaßen. Der kräftige Schneesturm, dessen stärkste Böe bei der Wetterwarte Stötten um 14.06 Uhr mit 120,2 km/h gemessen wurde, tobte nahezu eine Stunde lang. Danach war die Landschaft bis in die tieferen Lagen in ein weißes Kleid gehüllt.

Auf Stöttens Anhöhe, wo die Temperaturen innerhalb kürzester Zeit von plus 5,7 auf minus 1,1 Grad gesunken waren, lagen vier Zentimeter Schnee. Verbunden war der Durchzug des Tiefs mit einem Gewitter, während dem Stöttens Wetterbeobachter Martin Melber mehr als ein Dutzend Blitzentladungen zählte. Eine davon traf um 14.45 Uhr den Polizeifunkturm in Aufhausen und löste, ohne Schaden anzurichten, die dortige Brandmeldeanlage aus.

Weil es auf der Hochfläche starke Verwehungen gab, kam der Verkehr mancherorts zeitweilig zum Erliegen - wie etwa zwischen Stötten und Schnittlingen. Aber auch auf anderen Steilstrecken ging für kurze Zeit nichts mehr. Selbst von den Tallagen wurden lange Stauungen gemeldet. Hingegen war der Verkehr auf der Autobahn relativ flüssig geblieben. Nur zwischen Ulm-Ost und Mühlhausen hatte es Stockungen gegeben.

Größere Schäden waren zwar nicht zu beklagen, dennoch kam es zu witterungsbedingten Unfällen: So rutschte beim Kornbergsattel Gruibingen um 16.10 Uhr eine 23-Jährige mit ihrem Renault Twingo in den Straßengraben, als ihr Auto bergab auf schneegalttem Belag die Haftung verlor. Drei umgestürzte Bäume wurden allerdings noch vor Durchzug des Orkans gemeldet wurden: Um 7.40 Uhr zwischen Eschenbach und Ursenwang, um 10.30 Uhr zwischen Gingen und Grünenberg (wo auch eine Telefonleitung in Mitleidenschaft gezogen wurde) sowie gegen 13.20 Uhr auf der Gammelshäuser Steige. Vielerorts stürzten Verkehrszeichen oder Baustellen-Abschrankungen um oder fielen Ziegel von den Dächern. In Salach wurde innerorts die Bahnunterführung leicht überflutet.

Am gestrigen Freitag kamen auf Stöttens Anhöhe noch einmal drei Zentimeter Neuschnee dazu. Die kälteste Temperatur in Stötten war in der Nacht auf Freitag mit minus 1,4 Grad gemessen worden, tagsüber herrschten 0,4 Grad. Der Wind war im Vergleich zum Donnerstag stark abgeschwächt. Im Mittel war es Windstärke 6, Spitzenwert waren 60 km/h.

Die weiteren Aussichten lassen fürs Filstal "Sudelwetter" befürchten, denn die Niederschläge der nächsten Tagen sollen erst ab 400 oder 500 Metern Höhe in Schnee übergehen. -mm, chb

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