Wenn es im Darm rumort

Verstopfung, Blähungen, Durchfall: Der Darm kann vielfältige Probleme bereiten. Das Interesse an der NWZ-Telefonaktion war entsprechend groß. Über 30 Anrufer ließen sich gestern telefonisch beraten.

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Es muss nicht gleich Krebs sein, wenn der Darm rebelliert. Das Spektrum, das die drei Mediziner gestern bei der NWZ-Telefonaktion behandelten, beschränkte sich denn auch weitgehend auf die relativ harmlosen Darm-Erkrankungen. Das Interesse war groß. Über 30 Anrufer nutzten die Chance, sich bei drei ausgewiesenen Experten zu informieren. Am Telefon saßen: Chefarzt Dr. Gerhard Allmendinger, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie an der Göppinger Klinik am Eichert, sein Kollege Chefarzt Professor Dr. Stefan Riedl, Facharzt für Visceral- und Thoraxchirurgie und Dr. Kurt Vollmer, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Göppingen. Die meisten Anrufer meldeten sich wegen funktioneller Störungen wie Verstopfung, Durchfall und Blähungen. Oft steckt dahinter ein Reizdarm, der unangenehm, aber harmlos ist. Die Empfehlungen der Ärzte reichen von einer Umstellung der Ernährung, über den Ratschlag, sich mehr Bewegung zu gönnen bis zu dem Tipp, mit dem Rauchen aufzuhören. Weit ernster sind die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sowie der bedrohliche Darmkrebs. Die drei Experten unterstreichen unisono, wie gut diese Krebsart behandelbar ist, wenn sie frühzeitig erkannt wird. 90 Prozent der Dickdarmkrebsfälle lassen sich verhindern.

Hier einige Fragen und Antworten:

Ich habe oft Durchfall, muss ich mir ernsthaft Sorgen machen?

Die meisten derartigen Beschwerden gehen auf einen so genannten Reizdarm zurück, der zwar die Lebensqualität einschränkt, aber harmlos ist. Dies festzustellen, erfordert jedoch die gesamte Palette der Untersuchungen: Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchung, Magenspiegelung, Dünndarmspiegelung und den Ausschluss einer Milchzuckerunverträglichkeit oder einer entzündlichen Darmerkrankung. Wenn klar ist, dass keine organischen Erkrankungen vorliegen, sollte man Nahrungsmittel wie Milchprodukte und Süßmilch, die Durchfall fördern, meiden. Außerdem gibt es so genannte Quellungsmittel, die die Flüssigkeit im Darm binden

Ich habe schon seit Jahren Verstopfung, was kann ich dagegen tun?

Sinnvoll ist eine mit viel pflanzlicher Kost angereicherte Ernährung. Auch Leinsamen und Weizenkleie können hilfreich sein. Wenn aber Verstopfung plötzlich auftritt, und mit einer Appetitstörung und einer Gewichtsabnahme einhergeht, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Kann man durch eine gesunde Ernährung der Entstehung von Darmkrebs vorbeugen?

Das ist nicht nachgewiesen. Allerdings werden Zusammenhänge zwischen falscher Ernährung und Krebshäufigkeit vermutet. Am besten ist es, frühzeitig eine Vorsorgeuntersuchung machen zu lassen, vor allem dann, wenn ein Familienmitglied bereits Darmkrebs hatte. Ab einem Alter von 55 Jahren zahlt das die Kasse, wenn Beschwerden vorliegen, wird die Untersuchung immer bezahlt.

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