Wenn ein Roboter Servietten faltet

Mit der Serienreife eines Serviettenfaltautomaten geht ein praktisches Forschungsobjekt an der Hochschule in Göppingen zu Ende. Auf der Fachmesse Intergastra gabs für die Idee nun einen Preis.

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Drei Roboter drehen und falten die Servietten, bis sie richtig gefaltet sind.

Große Ehrung für die "RobotFoldingBox", kurz Rofobox: Der Serviettenfaltroboter hat einen Innovationspreis auf der Gastronomie-Fachmesse "Intergastra" in Stuttgart erhalten, die vor wenigen Tagen zu Ende ging. "Wir freuen uns sehr über die hochrangige Auszeichnung, sagte Rofobox-Geschäftsführer Kartal Can. Von ihm stammte die ursprüngliche Idee zum Projekt an der Hochschule Esslingen und ihrem "Institut für angewandte Forschung" in Göppingen.

Über mehrere Jahre wurde hier gemeinsam mit dem neu gegründeten Unternehmen an der Automatisierungstechnik getüftelt, programmiert, Tests gemacht und Prototypen gebaut. Die Rofobox wurde im vergangenen Jahr erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem läuft ein vollautomatischer, seriennaher Prototyp im Estrel-Hotel Berlin und hat bereits mehr als 40 000 Tischservietten akkurat und hygienisch gefaltet. In diesem Jahr wird das erste Serienmodell der Rofobox bei dem Familienunternehmen Wäsche- und Textilpflege König bei Frankfurt/Main installiert und in Betrieb genommen. Damit stellt die Wäscherei der Hotellerie, Gastronomie, Event- und Cateringbranche die innovative Erfindung "Made in Germany" zur Verfügung.

Die größten Nutzen durch die Rofobox sind die Kostenersparnis, der Zeitgewinn und die gesteigerte Motivation der Servicemitarbeiter, sind die Macher überzeugt. Sie könnten sich nun auf wichtigere Aufgaben wie die Gästebetreuung oder Serviceschulungen konzentrieren. Ein weiteres Argument für die vollautomatisierte Serviettenfaltung ist der Hygienefaktor. Weil die Tischservietten von allen Gästen zum Mund geführt werden, gelten hier besondere Maßstäbe - diese konnten vor der Automatisierung nicht garantiert werden.

Die Serviettenfaltmaschine besteht aus drei Roboterarmen, die mit verschiedenen Greifern ausgestattet sind. Diese können dann je nach Programm verschiedene Arten von recht komplizierten Serviettenmodellen falten. Gerade jene, die von Hand sehr zeitaufwendig herzustellen sind, können von den Robotern umgesetzt werden. Im Estrel-Hotel Berlin arbeitet die Maschine in einem separaten Raum, denn die Anlage braucht einen gewissen Platz.

Die Konzeption und Umsetzung der Komponenten in den Laboren des Forschungsinstituts der Hochschule Esslingen war sehr anspruchsvoll, wie alle Beteiligten berichten. "Ich freue mich sehr, dass wir mit der Rofobox ein weiteres mustergültiges Projekt auf den Weg bringen konnten, von dem ein Unternehmen profitieren kann", freut sich Professor Rainer Würslin, Dekan an der Hochschule Esslingen in Göppingen. Denn es sei eine wichtige Aufgabe des Instituts in Göppingen, Unternehmen mit angewandter Forschung bei praktischen Herausforderungen zu unterstützen.

Wie gelungen die Zusammenarbeit sei, unterstreiche der nun errungene Innovationspreis. Die Jury entschloss sich, einen Sonderpreis zu vergeben, weil diese Technik zwar nicht für die vielen kleinen und mittleren Betriebe, wohl aber für ihre Dienstleister und natürlich für große Hotelbetriebe eine interessante Möglichkeit ist, die Kosten zu senken. Die Rofobox GmbH wurde 2008 von Kartal Can, einem erfahrenen Gastronomie-Unternehmer und diplomierten Internationalen Betriebswirt, gegründet und bereits mehrfach ausgezeichnet.

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