Wenn Bäume zur Plage werden

Wenn Bäume vor der Haustür zur Plage werden: Über Dreck, verstopfte Dachrinnen, Ungeziefer, Schimmel und Verschattung klagen Anwohner der Schillerstraße in Zell. Ihre Forderung: Fällen oder Rückschnitt.

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Der Rückschnitt ist für sie ein Teilerfolg: Gerda Bauer vor Linden an der Schillerstraße, die viel Arbeit und Dreck machen. Foto: Jürgen Schäfer

Es ist nicht nur das Laub. "Das geht toujours durchs Jahr", klagt Gerda Bauer. "Der Dreck fängt an mit den Blüten, da kann man nicht laufen, das hängt alles an den Schuhen." Dann kämen die "Fliegerle", dann die Bienen in Scharen, dann Läuse ohne Ende, dann die roten Käfer, "die laufen übereinander den Stamm hinauf. Die kommen auch in die Wohnung." Und dann gebe es noch die Äste, die herabbrechen, die Wurzeln, die den Gehweg aufbrechen, und das ausgerechnet hier, wo viele Senioren unterwegs seien. Die Dachrinne müsse jedes Jahr ausgeputzt, Moos auf dem Dach alle paar Jahre beseitigt werden. Gerda Bauer ist es leid. "Die Bäume sind schön, wunderschön, wenn man hier nicht kehren muss."

Seit 35 Jahre stehen die Linden vor ihrem Haus, lange war das für sie in Ordnung. Aber seit die Bäume immer größer werden und die Käfer kamen, vor vielleicht acht Jahren, sei es eine Plage. Als einige Bäume weiter vorne an der Straße fielen, ärgerte sich Gerda Bauer, dass ihre stehenblieben. Jetzt hat sie sich einer Unterschriftenaktion angeschlossen, die ein Nachbar gestartet hat. Schon zuvor lag sie der Gemeinde in den Ohren, sie solle die Bäume zurückschneiden.

Fällen oder Rückschnitt: Ersteres lehnt der Zeller Gemeinderat entschieden ab. Das seien gesunde Straßenbäume, sagt Bürgermeister Werner Link, wenn man sie opfere, "müssten wir auf sämtliches Straßenbegleitgrün verzichten." Ein Rückschnitt sei sowieso vorgesehen. Dies sei an so mächtigen Bäumen allerdings schwierig. Gemeinderat Joachim Hausch, Fachmann auf diesem Gebiet, soll sich nun darum kümmern.

Annemarie Haußer-Ulbricht, selbst Anwohnerin der Schillerstraße, stemmt sich als Betroffene gegen die Forderung der Nachbarn: "Vor unserem Haus steht der größte, mächtigste und am meisten Abfall machende Baum." Ihr Ratskollege Martin Holl, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, sagt zu der Ungezieferplage: "Da kann man etwas tun."

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