Weltreise: Abenteuerleben beginnt in Ottenbach

170.000 Kilometer haben die Menrads aus Ottenbach bereits mit ihrem umgebauten Truck hinter sich. Die Reise nimmt aber noch kein Ende: Nachdem sie Südamerika bereist haben, geht es bald nach Afrika.

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  • Rudi und Rita Menrad aus Ottenbach sind seit fast sechs Jahren auf Weltreise. Auf dem Bild links sieht man sie in Machu Picchu. Die Inka-Ruinen liegen auf rund 2400 Meter Höhe und wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt. Sie sind heute Weltkulturerbe und laut den Menrads die größte Sehenswürdigkeit Perus. 1/2
    Rudi und Rita Menrad aus Ottenbach sind seit fast sechs Jahren auf Weltreise. Auf dem Bild links sieht man sie in Machu Picchu. Die Inka-Ruinen liegen auf rund 2400 Meter Höhe und wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt. Sie sind heute Weltkulturerbe und laut den Menrads die größte Sehenswürdigkeit Perus. Foto: 
  • Das Bild zeigt einen einheimischen Karnevalsumzug in Cusco in Peru. 2/2
    Das Bild zeigt einen einheimischen Karnevalsumzug in Cusco in Peru. Foto: 
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Von Ottenbach einmal um die Welt: Für Rudi und Rita Menrad hat dieses Abenteuer bereits vor knapp sechs Jahren begonnen. Seitdem fahren sie mit ihrem fast neun Meter langen Diesel-Truck mit Wohnaufbau buchstäblich einmal um die Welt. Angefangen haben sie ihre Reise in Europa, dann in Nordamerika fortgesetzt. Das war 2010. Jetzt haben sie alle Länder Mittel- und Südamerikas besichtigt. Mit einer Ausnahme: Venezuela. "Dort gab es zu der Zeit, als wir in der Nähe waren, große Unruhen und das Land ist bis heute instabil und gefährlich. Wir wollen das Reisen genießen und nicht laufend Angst haben", erzählt der 64-jährige Rudi Menrad. Ihren Fahrplan und die Aufenthaltsdauer entscheiden die Menrads spontan: "Es gibt Orte, die gefallen uns so sehr, dass wir mehrere Tage oder sogar Wochen dort bleiben. Andere verlassen wir bereits nach kurzer Zeit. Im Grunde setzt uns in vielen Ländern nur das dreimonatige Besuchervisum unter Druck", erzählt Rudi Menrad.

Oft seien es Vorurteile, die Menschen davon abhielten, ein Land zu besichtigen: "Viele hatten uns vor Ländern gewarnt, die gefährlich sein sollten. Im Nachhinein waren sie völlig problemlos und die Menschen unglaublich hilfsbereit und kontaktfreudig", berichtet Rita Menrad, die hinzufügt, dass auch sie als Deutsche oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben. "Die Leute im Ausland denken immer: Europäer bedeutet reich und allwissend", ergänzt die 54-Jährige.

Was die Menrads machen, wenn sie mal in Deutschland sind? "Wir besuchen die Kinder und zahlen Steuern", scherzen die beiden. In Zukunft möchte das Paar aber nicht mehr ganz so lange am Stück wegbleiben: "Ein halbes Jahr zu Hause, ein halbes Jahr irgendwo auf der Welt. Das reicht uns", sagt Rita Menrad, die zugibt, dass sie öfter auch mal das Bedürfnis nach Sesshaftigkeit hat. Heimweh nach Deutschland haben die beiden aber nicht: "Es sind eher Familie und Freunde, die wir vermissen", erzählt Rudi Menrad, der 22 Jahre als Manager für den globalen Vertrieb beim Automatisierungsspezialisten Festo in Esslingen gearbeitet hat. Doch der Technik sei Dank: "Wir können durch Skype und E-Mails immer im Kontakt bleiben", ergänzt der gebürtige Ottenbacher.

Während ihrer Reise haben die Menrads auch Spanisch gelernt. "Es ist furchtbar ärgerlich, wenn man sich in der Landessprache nicht richtig ausdrücken kann. Oft müssen wir mit Händen und Füßen kommunizieren", erklärt der ehemalige Manager.

In den sechs Jahren, in denen das Ehepaar nun bereits auf Achse ist, kamen sie in einige "knifflige" Situationen: "In Chile mussten wir vor einem Waldbrand flüchten." Auch während einiger Fahrten sei ihnen das Herz in die Hose gerutscht: "Die Strecke von Yanama nach Chacas in Peru war die Aufregendste. Die Straße ist nicht nur extrem schmal, sondern war ununterbrochen von Erdrutschen zugeschüttet. Auf einer Seite war eine Felswand und auf der anderen ging es nur bergab", beschreibt Rudi Menrad. Um Gefahren aber möglichst zu vermeiden, versuchen sich die Menrads an ihre Regeln zu halten: "Wir hören auf Ritas Bauchgefühl. Wenn sie sich an einer Stelle nicht wohlfühlt, dann reisen wir weiter. Und wir versuchen, nicht bei Nacht zu fahren", erläutert der 64-Jährige.

Ob eine Weltreise einen Menschen verändert? "Wir sind in vielem ruhiger und gelassener geworden", findet Rita Menrad. Jetzt geht's für die Menrads wieder nach Südamerika und sie planen bereits ihre nächste Tour durch Afrika.

Beide bräuchten zwischen ihrer "stressigen Weltreise" auch mal einen "Break". "Ohne Auszeit in der Heimat wird man schnell übersättigt und möchte dann vielleicht den ein oder anderen Ort nicht mehr sehen", meint die 54-Jährige. Wenn das Paar Deutsche kennen lernt, sei das "Kommunikationsbedürfnis" sehr hoch. "Wir sind so oft nur zu zweit und unterhalten uns auf deutsch, wenn man dann einen Deutschen kennen lernt, sprudelt es nur so aus einem raus", erklärt Rudi Menrad. "Es ist dann ein Gemeinschaftsgefühl. Im Innern sind wir eben doch Schwaben", fügt der Ottenbacher schmunzelnd hinzu.

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