Welt voller Wunder

Ein Orientteppich als Kulisse, eine Bauchtänzerin im Programm und das Talent einer Märchenerzählerin: Der Kulturhof verwandelte sich in eine Karawanserei.

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Ute Helbig, die Märchenerzählerin, im Kulturhof in Erpfenhausen. Sie entführte die Zuhörer in den Orient. Foto: Claudia Burst

"Die Welt ist voller Wunder für den, der Märchenaugen hat." Mit diesen Worten schloss Ute Helbig am Freitagabend ihre märchenhafte Reise in die bunte Geschichtenwelt des Orients ab. Eine Reise, die ihre 120 Zuhörer in eine Kultur entführte, die fremdartig und romantisch erscheint, in der Liebe und Träume eine große Rolle spielen - eine Reise, die im Kulturhof Erpfenhausen ihren Ausgang nimmt, über die nächtlichen Lagerfeuer nahöstlicher Karawansereien schwebt und mit dem fliegenden Hengst Tazé über den Wolken endet.

Ute Helbig ist eine leidenschaftliche Märchenerzählerin. Sie lebt ihre Protagonisten, flüstert oder wird laut, unterstreicht das Gesagte mit Gestik und Mimik. Die 78-Jährige stockt kaum, findet die richtigen Worte, bastelt Sätze, die die Fantasie anregen. Ihre Pausen setzt sie effektvoll an die richtigen Stellen. Die beiden Märchen, die sie erzählt, stammen aus dem Werk "An den Nachtfeuern der Karawan-Serail" von Elsa Sophia von Kamphoevener. Das Publikum schmunzelt und lacht, wenn die Frauenpower orientalischer Mütter die geistlose Arroganz ihrer Söhne bloßstellt - obwohl jeder Frauenrechtlerin die Haare zu Berge stehen müssten bezüglich des uneingeschränkten Patriarchats und des Chauvinismus der Männer jener Zeit, in der die Märchen spielen. Die Geschichten handeln von Liebe und Leidenschaft, von Macht und Rache, von "Dschinns" (Geistern), schönen Sklavinnen und Zauberei. Die Zuhörer hängen an den Lippen der Erzählerin - es ist bereits die zweite derartige Veranstaltung im ausverkauften Kulturhof - und freuen sich darüber, dass "die Liebe starke Schwingen hat" und zu einem Happy End führt.

Der Erfolg dieser märchenhaften Abende liegt nicht zuletzt an der gesamten Atmosphäre: ein Orientteppich als Kulisse, Farbenzauber, der die Erzählerin immer wieder in ein anderes Licht taucht, ein hervorragendes Büfett orientalischer Köstlichkeiten während der Pause. Dies wurde von Frauen des internationalen Frauencafés "C-Punkt" angerichtet und serviert.

Doch für größte Begeisterung sorgte Leonie Plachtzik zwischen den beiden Märchen und im Anschluss daran: Die 15-Jährige kam weder verschleiert noch mit schwarzen Haaren und Augen. Trotzdem brachte sie mit ihren Bauchtanz-Darbietungen das Flair aus 1001 Nacht auf die Schwäbische Alb. Anmutig, unglaublich graziös, mit geschmeidigen Bewegungen faszinierte das blonde, langhaarige, schlanke Mädchen nicht nur die Männer unter den Gästen. Der Beifall wollte nach ihren sinnlichen Tänzen kaum ein Ende nehmen.

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