Welcher Bau hat Bestand? Was ist zeitgemäß?

Woran erkennt man gute, vorbildliche Architektur? Was ist Zeitgeist, Mode, was hat Bestand? Diese Fragen stellt die Ausstellung "Ausgezeichnete Architektur", die ab heute die Kunsthalle Göppingen zeigt.

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  • "JustK" nennt sich dieses Wohngebäude bei Tübingen (Architekten Martenson und Nagel Theissen, Stuttgart), das einen Hugo-Häring-Landespreis erhielt. Foto: Brigida Gonzáles 1/2
    "JustK" nennt sich dieses Wohngebäude bei Tübingen (Architekten Martenson und Nagel Theissen, Stuttgart), das einen Hugo-Häring-Landespreis erhielt. Foto: Brigida Gonzáles
  • "JustK" nennt sich dieses Wohngebäude bei Tübingen (Architekten Martenson und Nagel Theissen, Stuttgart), das einen Hugo-Häring-Landespreis 2012 erhielt. Foto: Brigida Gonzáles 2/2
    "JustK" nennt sich dieses Wohngebäude bei Tübingen (Architekten Martenson und Nagel Theissen, Stuttgart), das einen Hugo-Häring-Landespreis 2012 erhielt. Foto: Brigida Gonzáles
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Gemeinsam ist den in der Kunsthalle Göppingen gezeigten Arbeiten, dass sie allesamt beim 16. Hugo-Häring-Landespreis 2012 ausgezeichnet wurden. In den gezeichneten Entwürfen steckt die Idee, die Fotos geben wieder, was aus dieser Idee geworden ist.

Auf diese Art werden von internationalen Architekten erfolgreich realisierte Bauvorhaben gezeigt, die Maßstäbe setzen. Alle Bauten befinden sich in Baden-Württemberg und sind 2012 entstanden. Sie liegen damit in unserer Umgebung, und man kann dorthin fahren, um sich ein Bild von der Idee der Architekten zu machen.

Jedes Gebäude ist ein bestimmter Ort, es hat eine Adresse. Ausgezeichnet wurden sowohl Neubauten als auch Projekte, die alte Bausubstanz in den Entwurfsplan einbeziehen. Eindrucksvoll zeigt sich dies am Klosterbau in Allensbach-Hegne. Hier kann man sehen, wie in Vorhandenem Neues entsteht. Indem der Bestand bewahrt wird, entstehen nicht nur wesentliche Bauaufgaben, sondern auch eine neue Form. Diese Form entsteht, weil die Architekten auf die jeweils vorgefundenen Bedingungen reagieren. Daher fallen auch die Ergebnisse ganz unterschiedlich aus.

Ein Gebäude mit zwei gegensätzlichen Seiten ist beispielsweise in Pforzheim entstanden. Auf die Schwere und Geschlossenheit des Altbaus der Hochschule antwortet die Leichtigkeit und Offenheit des angrenzenden Erweiterungsbaus. Die Neubauten für die Galerie Stiehl und die Kunstschule Unteres Remstal demonstrieren hingegen auf bemerkenswerte Weise die enge Verbindung von Landschaft und Gebäude.

Die beiden Gebilde erwachsen wie eine Skulptur vor dem neu gestalteten Uferbereich der Rems. Eine solche Architektur verleiht Städten ein Gesicht und wird daher mit einem Preis bedacht. Außerdem bemisst innovative Architektur Lebens- wie Arbeitsraum gleichermaßen. So sind in der Ausstellung neben Industrie- und Gewerbebauten, Schul- und Ausbildungszentren sowie Sakralbauten auch Entwürfe zweier Einfamilienhäuser (Stuttgart-Rotenberg und Tübingen) zu sehen.

Vernissage ist heute ab 20 Uhr in der Kunsthalle Göppingen. Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Guido Till und Jörg Weinbrenner, Vorsitzender der BDA Kreisgruppe Esslingen-Göppingen, hält der Architekt Peter W. Schmidt einen Vortrag mit dem Titel "Die Angemessenheit der Baukunst".

Am Sonntag ab 15 Uhr führt Kunsthallenleiter Werner Meyer mit Besuchern durch die Ausstellung. Die Teilnehmer können einen Blick auf die Entwürfe der Bauten werfen und die Frage erörtern, welche Gebäude Bestand haben werden und inwiefern eine moderne Bauästhetik zur zeitgemäßen Gestaltung von städtischem Raum beitragen kann?.

Info Öffnungszeiten: Di.-Fr. 13-19 Uhr, Sa./ So. 11-13 Uhr (bis 27. April)

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