Warnstreik legt Bahnverkehr im Kreis lahm

Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) legten am frühen Montagmorgen den Berufs- und Reiseverkehr im Kreis lahm. „Alle Züge auf der Strecke zwischen Stuttgart und Ulm waren betroffen“, sagte ein Bahnsprecher.

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Der Regionalverkehr sei zum Erliegen und der Fernverkehr nur schleppend voran gekommen. Laut einer Bahnreisenden hatten sich viele Pendler auf Behinderungen eingestellt und waren aufs Auto umgestiegen. Das verstopfte die ohnehin überfüllten Straßen Richtung Stuttgart noch mehr.

Sicherheits- und Reinigungspersonal, Mitarbeiter an Schaltern sowie Zugbegleiter verweigerten von 6 bis 8 Uhr den Dienst. „Rund 150 Leute machten gestern in Baden-Württemberg mit“, sagte Gewerksschaftssprecher Oliver Kaufhold. Außerdem seien Stellwerke in Göppingen, Erbach und Nürtingen nicht besetzt gewesen. Der Bahn zufolge waren landesweit sechs dieser Schaltstellen vom Warnstreik betroffen. Das Unternehmen habe mit zusätzlichen Mitarbeitern Reisende informiert und die Zentralen sowie Verkehrsleitungen verstärkt.

Die Beschäftigten fordern höhere Löhne von der Bahn. Sie kämpfen für ein Plus von 6,5 Prozent über zwölf Monate. Das Unternehmen will dagegen die Gehälter schrittweise von zwei auf 2,4 Prozent über zwei Jahre erhöhen. Dazu bietet es eine höhere betriebliche Altersvorsorge an und einmalig 400 Euro. Dieses Angebot lehnt die EVG ab: „Am Donnerstag vermeldet die Bahn ein neues Rekordergebnis“, sagte Kaufhold voraus. An dem Erfolg sollten die Mitarbeiter beteiligt werden. Beide Parteien trafen sich gestern Nachmittag zu Verhandlungen. Über das Ergebnis der Gespräche will die Tarifkomission heute beraten. Die EVG hofft auf Verständnis bei den Reisenden. „Sie sind die Leidtragenden, obwohl sich der Arbeitskampf gegen die Bahn richtet“, sagte Kaufhold. Die Beschäftigten wollten die Auseinandersetzung nicht unnötig verlängern, aber weitere Streiks seien möglich.

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