Wannenhof: Noch kein Ende der Durststrecke

Wanderer und Radfahrer stehen im "Waldcafé Wannenhof" immer noch vor verschlossener Tür. Die Eigentümer suchen fieberhaft einen neuen Pächter. Es ist jedoch möglich, die Räume für private Feste zu mieten.

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Das "Waldcafé Wannenhof" war immer ein beliebtes Ausflugsziel. Die Eigentümerfamilie sucht fieberhaft nach einem neuen Pächter. Foto: Giacinto Carlucci

"Vorübergehend geschlossen" steht auf dem Schild an der Straße Richtung Hohenstaufen. Es lohnt sich derzeit nicht, hier in den Wald abzubiegen, wenn man etwas essen oder trinken will. Seit nunmehr 14 Monaten ist das "Waldcafé Wannenhof" verwaist - Bewirtung Fehlanzeige.

Die Eigentümerfamilie Geiger, die das Gebäude Ende des vergangenen Jahres gekauft hat, sucht nach wie vor einen neuen Pächter. Es stünden immer wieder Interessenten auf der Matte, berichtet Kerstin Geiger - "aber es muss halt passen". Die Besitzer wünschen sich Gastronomen, die ihren Gästen gutbürgerliche Küche sowie Kaffee und Kuchen anbieten. "So arg viel Zeit ist ja noch nicht vergangen", übt sich die 42-Jährige in Geduld. Schließlich sei der Hauskauf erst im November beziehungsweise Dezember 2011 über die Bühne gegangen.

Hinter den Besuchern, die den Wannenhof über viele Jahre als Ausflugslokal geschätzt haben, liegt hingegen schon eine lange Durststrecke. Seit Carmen und Stefan Fraissl, die das Café viereinhalb Jahre geführt hatten, am 19. Dezember 2010 dicht gemacht haben und nun Pächter der Gaststätte "Rössle" in Süßen sind, stehen die Wannenhof-Liebhaber vor verschlossenen Türen. Im Mai 2011 hatte Georg Napravnik das Gebäude im Stauferwald gekauft, Hoffnung keimte auf - die Kunden warteten aber vergebens auf eine Neueröffnung. Napravnik antwortete im Juli vergangenen Jahres auf Nachfrage der NWZ, was aus dem beliebten Café werden soll: "Es wird sich in den nächsten vier Wochen herausstellen, ob es nochmal zu einer Gaststätte wird oder nicht."

Vielleicht war es diese Aussage, die die Gerüchteküche mächtig anheizte. Auf jeden Fall schossen an vielen Stammtischen Vermutungen ins Kraut, im Wannenhof könnte ein Swingerclub eröffnen. "Das ist mir auch schon zu Ohren gekommen", bestätigt die jetzige Eigentümerin Kerstin Geiger und schließt nicht aus, dass es Interessenten für ein solches Etablissement gegeben habe. "Vielleicht ist aber auch der Wunsch der Göppinger danach so groß", denkt sie laut nach. "Aber es wäre mir schon arg lieb, wenn es eine andere Möglichkeit gibt", meint sie im Scherz. Aber ernsthaft: "Nein, so lange ich hier nebenan wohne, wird es keinen Swingerclub geben", unterstreicht Geiger.

Derzeit hat die Stadt Göppingen keine Gaststättenkonzession für den Wannenhof ausgegeben, sagt Pressesprecher Olaf Hinrichsen. "Ab und zu werden die Räume aber privat vermietet, beispielsweise für Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten - aber ohne eigene Bewirtung", erklärt Hinrichsen. Vielmehr müssten sich die Gäste um das Catering selbst kümmern.

"Es waren auch Anfragen da", berichtet Kerstin Geiger. Aber sie könne nicht jedem Wunsch gerecht werden, weil sie selbst berufstätig und sehr flexibel sein müsse, sagt die Besitzerin. Zudem habe es sich herauskristallisiert, "dass die Gäste wieder eine Gastronomie hier wollen". Die Pächtersuche geht deshalb intensiv weiter - in der Hoffnung, dass die Geigers den Schriftzug "Vorübergehend geschlossen" bald von dem Schild an der Straße entfernen können.

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