Wahlkampfauftakt des ehemaligen Baubürgermeisters

Der ehemalige Göppinger Baubürgermeister Joachim Hülscher will als Oberbürgermeister ins Rathaus zurückkehren. Für die Wahl am 14. Oktober hat er den Wahlkampf eingeläutet - Motto: "Die Alternative".

|

Mit 60 Jahren will es Joachim Hülscher nocheinmal wissen. Bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. Oktober will er Amtsinhaber Guido Till aus dem Amt fegen. Seit 2009 sitzt Joachim Hülscher - Architekt, Stadtplaner und ehemaliger Göppinger Baubürgermeister - im Gemeinderat für die Fraktion der Freien Wähler/VUB. In dieser Zeit hat er so manchen Strauß mit dem Amtsinhaber ausgefochten. Doch das sei nicht der Antrieb für seine Kandidatur, betont der 60-Jährige ausdrücklich. Beim Wahlkampfauftakt am Mittwochabend im Pavillon der Stadtkirche verkneift er sich direkte Angriffe auf Till. Jedenfalls fast: "Schluss mit den Auseinandersetzungen im Rathaus", fordert Hülscher. Und: "Mobbing wird es bei mir nicht geben".

Es gehe ihm darum, sich als künftiges Stadtoberhaupt weiterhin "leidenschaftlich für die Belange der Stadt einzusetzen", wie er das als Baubürgermeister, als Mitglied der Regionalversammlung (seit 1999) und als Stadtrat (seit 2009) bereits getan habe. "Ich brauche keine Einarbeitungszeit", betont Hülscher. "Wenn ich nach einem Wahlsieg im Januar ins Rathaus gehe, weiß ich wo jeder Schlüssel liegt."

Hülscher sieht sich als "die Alternative". Er will "Kompetenz und Augemaß" ins Rathaus bringen - und Vieles anders machen. Dabei hat er nicht nur die städtebauliche Entwicklung im Auge. Der Vater zweier Söhne im Alter von 17 und 21 Jahren setzt auf den Ausbau der Schulsozialarbeit, der Streetworker, auf die Weiterentwicklung der Vereine und auf die Unterstützung kultureller Organisationen wie "Odeon", der Museen und der Jugendmusikschule. Er will verhindern, "dass Ehrenamtliche durch die Streichung von Kleinzuschüssen frustriert werden" und setzt auf eine "andere Umgangskultur". Beispiel Stadtfest, in dessen Förderverein Hülscher Mitglied ist.

Die Stärkung der Kinderbetreuung und der Bildungslandschaft sieht es als "Investition in die Zukunft". So will er die Hochschule besser an die Innenstadt anbinden. Er plädiert auch für die Integration der Fils in das Stadtbild. Das sei ihm seit langem eine Herzensangelegenheit, sagt Hülscher und verweist darauf, dass er als Regionalrat schon Zuschüsse für Projekte des Masterplans Fils in die Hohenstaufenstadt geholt hat. Der Bewerber kündigt an, als OB würde er Streuobstwiesen stärken, in dem er das Baumgeld wieder einführt.

"Die ganze Innenstadt als Einkaufszentrum"

Und dann greift er zu seinem Steckenpferd Stadtplanung. Es gelte "die ganze Innenstadt als Einkaufszentrum" zu entwickeln. Ein Dorn im Auge ist dem Kandidaten, wenn "Investoren die Bedingungen aufstellen". Das sei ureigenste Aufgabe der Stadt. Beispiel: Das Apostelgebäude. Das Hotel in das neue Quartier zu integrieren, hält Hülscher für möglich und nötig. "Wir haben Steuerungsmöglichkeiten." Die Stadt habe die Verpflichtung Vorgaben zu machen, die der Kommune langfristig nutzen. Bei Planungsprozessen müsse die Bevölkerung stärker eingebunden und die Wohnbau in die Pflicht genommen werden, meint Hülscher.

Die Bedenken, dass er in seiner eigenen Fraktion nicht genügend Unterstützer habe, verweist Hülscher in das Reich der Fabeln. Immerhin seien bei seinen noch folgenden Bürgergesprächen in allen Stadtteilen Moderatoren aus der VUB, von Freien Wählern, aber auch aus der Kirche und anderen Bereichen dabei. Zu seinen Chancen will er sich nicht festlegen: Nur soviel: "Es wird einen zweiten Wahlgang geben."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ärger über Bahn: Warten auf Züge, Warten auf Erklärungen

Trotz der Zusage seitens des Ministeriums und der Bahn wartet ein Pendler seit Wochen auf Informationen. Auch die Abgeordneten wissen nichts. weiter lesen