Vorschriften gehen zu weit

Eine Umkehr bei den Vorgaben zur energetischen Gebäudesanierung fordert Kreishandwerksmeister Jürgen Schmid. „Weniger ist oftmals mehr“, unterstrich er bei der Eröffnung der 7. Baumesse in Göppingen.

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Vom Freitag bis Sonntag geht die siebte Messe „Bauen – Wohnen – Modernisieren“ in der Göppinger Werfthalle über die Bühne: Gut 100 Aussteller präsentieren sich auf noch mehr Fläche als im Vorjahr.  Foto: 
Jürgen Schmid ist ein Mann deutlicher Worte. Der Kreishandwerksmeister nahm bei der Eröffnung der 7. Baumesse, deren Schirmherr er ist, kein Blatt vor den Mund. Es sei zwar richtig, dass sich durch die energetische Sanierung vor allem von Privathäusern viel Energie einsparen lasse, doch dürfe man die Hausbesitzer bei den Vorschriften nicht überfordern und vor den notwendigen Investitionen abschrecken. Als Beispiel nannte Schmid die Wärmedämmung an den Hausfassaden, die 16 Zentimeter dick sein müsse. Zehn Zentimeter täten es nach Auffassung von Schmid auch, um den gewünschten Einspareffekt beim Energieverbrauch zu erzielen. Die zusätzlichen Kosten für die geforderten 16 Zentimeter stünden in keinem Verhältnis mehr zur möglichen Energieeinsparung.

Ähnliches gelte beim Austausch der Heizungsanlagen. Wer sich eine neue Heizung anschaffe, müsse 15 Prozent des Wärmebedarf aus regenerativen Energien gewinnen. Dadurch stiegen die Kosten für eine Heizungserneuerung gerade für Einfamilienhäuser über Gebühr an. Die Folge: Die alte Heizung bliebe weiter in Betrieb und belaste stärker die Umwelt als eine neue. Schmid rief die Politiker auf, die Vorschriften auf ein vernünftiges Maß zurückzuschrauben. Schließlich könne man der Umwelt nur dann optimal helfen, wenn möglichst alle Gebäude schnell saniert würden. Voraussetzung dafür aber sei, dass die Eigentümer sich die notwendigen Sanierungen auch finanziell leisten können.

Schmid brach auch eine Lanze für das Handwerk in der Region. Gerade das Hagelunwetter im Juli vergangenen Jahres habe deutlich gemacht, wie stark und flexibel die Handwerksbetriebe im Landkreis seien. Dort, wo die Schäden nicht gleich behoben werden konnten, habe man provisorische Lösungen gefunden und die Gebäude vor eindringendem Wasser geschützt.

Wer seine Immobilie modernisieren, ein Haus kaufen oder künftig komfortabler wohnen möchte, der ist auf der 7. Baumesse im Göppinger Stauferpark genau richtig. Rund 100 Aussteller zeigen Neuheiten und beraten die Besucher in der Werfthalle, im Freigelände und im angrenzenden Messezelt und lassen keine Fragen offen. Mario Bayer, Geschäftsführer der die Messe veranstaltenden NWZ-Medienagentur Staufen plus zeigte sich zuversichtlich, dass die Verbraucher an den Messetagen vom Angebot des Handwerks reichlich Gebrauch machen werden. Seinen Optimismus begründete Bayer bei der Eröffnung der Messe mit dem nicht nachlassenden Interesse an Gebäudesanierungen in der jetzigen Niedrigzinsphase. Dass viele Aussteller schon bei der ersten Messe 2008 dabei gewesen seien, spreche ebenfalls für die Veranstaltung.

Das Messeangebot wird abgerundet durch ein umfangreiches Vortragsprogramm. Hier würden Experten zu den unterschiedlichsten Themen viele Tipps parat haben, betonte der Staufen-plus-Geschäftsführer.

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