Vom verdienten Erfolg beflügelt

Ein anspruchsvolles Programm mit Werken von J.C. Bach, W.A. Mozart und Onslow meisterte das Göppinger Kammerorchester bei seinem Herbstkonzert.

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Das Göppinger Kammerorchester unter der Leitung von Wilfried Maier begeisterte bei seinem Herbstkonzert in der Stadthalle Göppingen. Foto: Staufenpress

Schon ab der ersten Note ging das gut disponierte Göppinger Kammerorchester unter der Leitung von Wilfried Maier sehr konzentriert ans Werk: Zupackend und leicht, con spirito, eröffnete die Sinfonia D-Dur opus 18 Nr.4 des jüngsten Sohnes von Johann Sebastian Bach, Johann Christian Bach, das Konzert. Gesanglichkeit im zweiten Satz, Witz und frische Spielfreude im dritten rundeten den schwungvollen Auftakt ab.

Hätte der Name des Komponisten nicht im Programm gestanden, hätte man diese Sinfonie auch für ein frühes Werk Mozarts halten können. Auf diesem musikalischen Nährboden Europas wuchs das Salzburger Genie: Die beiden sind sich in London begegnet; mancher musikalische Eindruck davon klingt in Mozarts Werken weiter.

Folgerichtig hatte Wilfried Maier als zweites Werk das Fagottkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt. Für die Solopartie hatte er einen der führenden Fagottisten, Ulrich Hermann, Solofagottist am Staatstheater Stuttgart, gewonnen. Es ist sehr anerkennenswert, dass ein solcher Könner mit einem ambitionierten Laienorchester zusammen musiziert. Das ist für die Orchesterspieler nicht nur ehrenvoll und wertet ihre Arbeit auf; das musikalische Miteinander ist prägend und spornt zugleich an!

Solist Ulrich Hermann schritt im ersten Satz die großen Linien aus und brillierte mit ausgezeichneter Stakkatokunst. Dank feiner Klangkultur wurde der zweite Satz zum intimen Gesang. Das "Tempo di Menuetto" ging das Orchester dann etwas zu gravitätisch an, der Solist federte dies jedoch ab und gab ihm seinen spielerischen Charakter zurück.

Als verdienstvolle Wiederentdeckung entpuppte sich im zweiten Teil die Sinfonie Nr.3 f-moll opus 69 von George Onslow (1784-1853). Durchsichtiges Spiel der Streicher band die sehr agil musizierenden Holzbläser ein. Wilfried Maier tarierte die Balance hervorragend aus und hielt das Tempo auch bei den häufigen Instrumentenwechseln flüssig.

Der rhythmisch aparte zweite Satz "Allegro impetuoso" war der Höhepunkt des Werks: geballte musikalische Energie!

Im langsamen Satz brachte das gelassene Aufspielen der Holzbläser die nötige herbstliche Süße herein, und die Blechbläser unterfütterten das Orchester mit sinfonischem Gewicht. Trotz heikler spieltechnischer Anforderungen spielte das Kammerorchester im rasanten Finale locker durch, vom verdienten Erfolg beflügelt.

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