Vom Opernturm gehts zur EZB

Kaum hat sie die Großbaustelle Opernturm in Frankfurt abgeschlossen, geht es mit dem Bau der EZB weiter: Die Firma Speidel ist bundesweit gut beschäftigt, kümmert sich aber auch um die Steckdose nebenan.

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Geschäftsführer Oswald Weikert hat vor 47 Jahren als Lehrling beim Unternehmen Speidel begonnen.

Er ist das neue Wahrzeichen Frankfurts: der moderne Opernturm, direkt gegenüber der Alten Oper. Mit 170 Metern Höhe bietet das Bürohochhaus einen weiteren Orientierungspunkt im Zentrum der Mainmetropole. Etwa 2000 Beschäftigte arbeiten in dem 42-Etagen-Turm, der im Oktober vergangenen Jahres endgültig übergeben und komplett bezogen wurde. Hauptmieter des Hochhauses ist die UBS Deutschland AG, außerdem residiert hier eine englische Anwaltsgesellschaft. Ein Edel-Warenhaus und Restaurants im Erdgeschoss sollen die Westseite des Opernplatzes neu beleben.

Die Göppinger Firma Speidel kann diesen 225 Millionen Euro teuren Opernturm in ihre Referenzliste aufnehmen: Der Mittelständler war für die elektrotechnischen Arbeiten verantwortlich - "ein Netto-Auftragsvolumen von 14 Millionen Euro", sagt Oswald Weikert, Technischer Geschäftsführer bei Speidel. Ein großes Projekt, das die 300-Mann-Firma schmückt, aber auch eines, "das wir alle ein bis eineinhalb Jahre brauchen, um einen gewissen Umsatz zu erzielen", fügt Weikert hinzu. Das durchschnittliche Volumen je Großauftrag liegt bei drei bis sechs Millionen Euro. Auftraggeber sind zu 60 Prozent gewerbliche Firmen wie Bosch oder Daimler, aber auch Banken und Kommunen. "Das muss sich die Waage halten - genauso wie die Größe der Aufträge", unterstreicht Weikert. "Daher machen wir alles, auch die Steckdose bei Frau Meier. Das einzige, was wir auslassen, ist der Wohnungsbau."

Dass der Mittelständler in der Liga der Großen mitspielen kann, beweisen zahlreiche renommierte Projekte, an denen Speidel in den vergangenen Jahren mitgewirkt hat: zum Beispiel das Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum, die Messe Stuttgart, die Hauptverwaltung der Landesbank oder das Krebsforschungszentrum Heidelberg. Oswald Weikert ist überzeugt, dass das Familienunternehmen mit Qualität, einer wettbewerbsfähigen Preispolitik, Kundennähe und Service punkten kann. Einen Namen habe sich Speidel durch das Projektmanagement komplexer Bauten gemacht. "Dabei geht es um das Leiten, Lenken und Führen, also um die technische Abwicklung. Man kann etwas planen, gestalten und entwickeln", erklärt Weikert. Fähigkeiten, die Auszubildende in der Firma von der Pike auf lernten - und Spaß daran hätten. Die Fluktuation sei bei Speidel daher gering - auch Oswald Weikert hat vor 47 Jahren als Lehrling bei dem Unternehmen begonnen und hier seine berufliche Lebensaufgabe gefunden.

Der Technische Geschäftsführer ist viel unterwegs, denn das 1923 gegründete Unternehmen ist seit vielen Jahren in großen Städten wie Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt tätig. Metropolen, in denen eben auch Hochhäuser gebaut werden, die hohe sicherheitstechnische Anforderungen erfüllen müssen. "Diese Vorschriften muss man kennen", sagt Oswald Weikert.

Mit diesem Know-how empfehlen sich die Spezialisten von Speidel weiter: "Der Opernturm war der sichere Einstieg in den Neubau der Europäischen Zentralbank." Diesen Großauftrag haben die Göppinger nach einem umfangreichen Vergabe- und Auswahlverfahren an Land gezogen. Auftragsvolumen: 33 Millionen Euro. In dieser Woche geht es mit dem Bau richtig los, über etwa zweieinhalb Jahre werden im Schnitt 20 technische Mitarbeiter und bis zu 95 Baustellen-Beschäftigte (Subunternehmen) elektrotechnische Arbeiten auf der EZB-Baustelle erledigen. "Das wird ein architektonisches Highlight", ist Weikert überzeugt. "Und durch die EZB ist die nächsten zwei Jahre die Grundauslastung gesichert."

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