Volksmusik barfuß

LaBrassBanda kommt am 1. August nach Merklingen. Die bayerische Kultband in ein örtliches Bierzelt zu bringen ist überhaupt nicht einfach, aber unter 500 Bewerbungen zählt auch die örtliche Kulturgemeinschaft zu den Gewinnern.

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Zünftig, gerne mit Tracht, aber ohne Tische und Bänke mit viel Platz zum Tanzen: LaBrassBanda macht am 1. August Party im Bierzelt in Merklingen.

Roland Salzmann heißt der Vorsitzende der Merklinger Kulturgemeinschaft und er verspricht "Party pur" am Ortsrand der kleinen Albgemeinde. Am 1. August kommt die Kultband LaBrassBanda nach Merklingen. Das sei gar nicht so leicht gewesen, meint Salzmann, denn um die Band in ein Bierzelt zu holen, müsse man erst einmal ein Bewerbungsverfahren gewinnen.

So fasste die Truppe der Merklinger Kulturgemeinschaft in einer Dokumentation zusammen, was sie bisher auf die Beine gestellt hat: Vom Aufsehen erregenden Ochsenrennen, das schließlich aus Tierschutzgründen verboten wurde und im Pferderennen endete, über die Old-West-Party mit dem Halbblut-Indianer Hunting Wolf bis zu Cancan-Vorführungen der Silk-Ribbon-Sisters aus Mailand, einer Mallorca Party mit den heißen "Girls on Fire". Salzmann plant dieses Mal eine Party für 2000 Leute in der Albgemeinde. Denn: LaBrassBanda fand die Bewerbung aus Merklingen gut und sagte zu.

Wer aber verbirgt sich hinter LaBrassBanda, der Band, die so viele Leute nach Merklingen bringen soll? "Da stehen ein paar Typen in Lederhosen und T-Sirt auf der Bühne. Alle barfuss", berichtet Salzmann. Seine Augen leuchten schon. Immer wieder sagt er: "Eine Hammer-Gruppe!".

Die Ansagen des Sängers könne man noch verstehen, aber wenn er dann singe, gehe gar nichts mehr. Nur der Chiemgauer Heimatverein könne da mit einem Intensivsprachkurs Abhilfe schaffen. Die Rede ist vom "fantastisch ansteckenden" Stefan Dettl, Leadsänger und Trompeter. LaBrassBanda hat sich 2007 gegründet. Fünf studierte Musiker aus dem Chiemgau, bestehend aus drei Bläsern, Schlagzeug und Bass machten den Anfang. Mittlerweile hat die Band auf acht Musiker erhöht. Recht schnell spielten sich die Jungs vom Chiemsee nach München, Berlin, London, Marseille und sogar Moskau. Mit diesen Referenzen seien sie dann gerne auch in weiteren Clubs genommen worden. Heute füllen sie ganze Hallen. In diesem Jahr haben sie sich Bierzeltatmosphäre verordnet. Zu viele Bewerbungen und Anfragen hätten sie im Laufe der vergangenen Jahre absagen müssen und sich deswegen für ein besonderes krachledernes Jahr entschieden: Zünftig, gerne mit Tracht, aber ohne Tische und Bänke mit viel Platz zum Tanzen.

"Das ist Volksmusik fern jeder Volkstümlichkeit", sagt Salzmann. Tuba, Trompete, Posaune, E-Bass und Schlagzeug abseits aller Alpen-Klischees. Dazu kommt, dass nur auf Instrumenten musiziert wird, die unter 100 Euro kosten. "Aber die beherrschen sie perfekt", sagt der Merklinger Vereinsvorsitzende.

Zudem freut er sich über die Zusage der Bandmitglieder, an einem Kick gegen die Merklinger Fußballmannschaft teilzunehmen. Der soll vor dem Auftritt im Festzelt stattfinden und schon im Vorfeld einheizen. Weil das Wochenende rund werden muss, verwandeln dann am Samstag, dem 2. August, die aus Esslingen stammenden "Girls on Fire" die Festzelt-Bar wieder in eine brennende Tanzfläche.

Info Karten für LaBrassBanda gibt es im Vorverkauf bei der Volksbank Laichingen, der Südwest Presse Ulm und www.amok-promotion.de

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