Zeitenwende bei der Volksbank

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Vertreterversammlung der Volksbank in der Göppinger Stadthalle: Das Geldinstitut will der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank trotzen.  Foto: 

Die „Börse vor acht“ kam in Person des Ressortleiters der ARD-Börsenredaktion, Markus Gürne, zur Vertreter-Versammlung der Göppinger Volksbank. Und in der Tat war es kurz vor 20 Uhr, als Gürne am Dienstag in der Stadthalle unter dem Schlagwort „Zeitenwende“ Europas Rolle in einer veränderten Welt beleuchtete.

 Die zweieinhalb Stunden davor ging es um die Zeitenwende bei der Göppinger Volksbank. Tatsächlich stellt sich das Geldinstitut im Zuge der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf sinkende Erträge ein und will sein Geschäftsmodell neu ausrichten.  Dabei kann die Genossenschaftsbank auf gute Geschäftszahlen verweisen, wie Aufsichtsratschef Dr. Werner Kleinle dem Geldinstitut für das Geschäftsjahr 2016 bescheinigte. Es sei ein „ordentliches Ergebnis in schwieriger Lage“ erzielt worden. Dennoch folgte die Versammlung mit 174 stimmberechtigten Teilnehmern  einer Empfehlung des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands und senkte die Dividende auf Geschäftsguthaben – von 5 Prozent im vergangenen Jahr auf 3 Prozent. Damit schüttet die Volksbank  1.271.367 Euro an ihre rund 58.000 Mitglieder aus.

Dabei zeigten sich die beiden Vorstandschefs Hermann Sonnenschein und Dr. Lukas Kuhn, die auf das Geschäftsjahr zurückblickten und den Jahresabschluss mit einer Bilanzsumme von 2,237 Milliarden Euro  vorlegten, sehr zufrieden. Vor allem das Wachstum im Kreditgeschäft, das bei einem Umfang von 1,1 Milliarden Euro liegt,  freute die Banker. Sorge bereitet Kuhn und Sonnenschein der Handel mit Wertpapieren und Aktien. Mit einem Volumen von 921,7 Millionen Euro sei dieser Geschäftszweig durchaus ausbaufähig. Insgesamt will man den Schwerpunkt  vom Geldanlage- zum Kreditgeschäft verlagern. Auch die Kosten sollen reduziert werden.

Wie mehrfach angekündigt sollen bis Ende 2018 die 33 Geschäftsstellen im Landkreis, die noch mit Personal besetzt sind, komplett neu geordnet werden. Künftig werden den Kunden noch fünf komplette Dienstleistungszentren zur Verfügung stehen. Außerdem sind zehn reine Beratungsfilialen ohne persönlichen Service und sieben mit Service geplant. Die Grundversorgung übernehmen dann 24 Selbstbedienungsfilialen. Ein inzwischen in Eislingen eingerichtetes Dialog-Center mit Bankexperten soll den Service telefonisch verbessern. Außerdem will das Geld­institut Online-Dienste und Videoberatungen ausbauen. Große Hoffnung setzt das Vorstandsduo in eine App, die  Überweisungen und Kontoabfragen ermöglicht. Kuhn und Sonnenschein, die genauso wie der Aufsichtsrat von der Versammlung einstimmig entlastet wurden, wollen den Ausbau der Digitalisierung rasch vorantreiben. Darüber hinaus analysiert das Göppinger Geldinstitut derzeit die Vor- und Nachteile einer „Bündelung der Kräfte“, wie Vorstandschef Kuhn betonte. Möglich wäre  ein sinnvoller Zusammenschluss zweier starker Institute.

Als Instrument der Kostenreduzierung hat die Vertreterversammlung in der Stadthalle auch eine neue Satzung beschlossen. Danach wird die Zahl der  Aufsichtsräte ab dem Jahr 2020 von momentan 18 auf 12 Personen reduziert. Dadurch soll ein der Größe der Bank angemessenes Kontrollgremium geschaffen werden. Auch das eine „Zeitenwende.“

In den Aufsichtsrat der Göppinger Volksbank wurden gewählt: Dietmar Behrendt, Professor Dr. Reiner Doluschitz, Christine Federsel, Dr. Dieter Kassner, Dr. Werner Kleinle, Hubert Nägele, Hubert Rinklin, Sonja Roßnagel, Jörg Weinmann, Ludger Wendeler, Andreas Heinzmann und Oliver Schmid.  Außerdem gehören dem Gremium die Vertreter der Mitarbeiter an: Sven Allinger, Marco Benischke, Ralf Blessing, Susanne Heilig, Frank Neukirch und Mercedes Schneider.

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