Virtuelle Realität: Ehemaliger Göppinger landet Volltreffer

Mut zum Risiko und Menschen, die an ihn glauben – der Göppinger David Finsterwalder hat in der Welt der virtuellen Realität einen Volltreffer gelandet.

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David Finsterwalder und Daniel Sproll sorgen mit ihrem Unternehmen für Furore.  Foto: 

Der „Spiegel“ wurde aufmerksam und auch die „Welt“ und Mitarbeiter von Mark Zuckerberg, dem Gründer von Facebook, haben erste Kontakte geknüpft. Manchmal kann der ehemalige Göppinger David Finsterwalder kaum glauben, wie rasant sich sein Leben in den vergangenen Monaten verändert hat. Gemeinsam mit seinem Freund Daniel Sproll hat er ein Unternehmen gegründet, das zwischenzeitlich seinen Sitz in Berlin hat und auf steilem Expansionskurs ist. Photogrammetrie ist das Thema der beiden Jungunternehmer. Grundlage dafür „sind Fotos und ganz viel Mathematik“, erklärt der 33-Jährige. Das funktioniert so: Von einem Ort entstehen zunächst hunderte Fotos, aus denen der Computer mit der von ihm und Sproll entwickelten Software virtuelle Räume entwickelt. Räume, durch die man sich bewegen kann – ganz so, als wären sie real. Räume, die die Wirklichkeit detailgetreu abbilden.

In eine spezielle Virtuell-Reality-Brille werden diese 3-D-Bilder eingespielt. Sie erlauben es dem Brillenträger, sich frei durch den virtuellen Raum zu bewegen. Dies kann das berüchtigte ehemalige Gefängnis von Alcatraz ebenso sein wie ein Maya-Tempel im tiefsten Dschungel oder die Burgruine auf dem Rechberg – oder jeder beliebige Ort auf der Welt.

Das Erlebnis ist faszinierend und begeisternd. Gestochen scharfe Bilder lassen eine perfekte Illusion entstehen. Greifbar nahe scheint die virtuelle Umgebung zu sein. „Alles ist möglich in diesem Raum“, erläutert David Finsterwalder. „Jeder kann sich in der Virtualität bewegen, wie er möchte“. So wird es möglich,  einmal den Mayatempel besuchen, der sich sonst in unerreichbarer Ferne befinden würde.

Mit ihrer Idee sind die beiden Erfinder zunächst auf die Suche nach Investoren gegangen. Denn sie müssen noch viel Geld in die weitere Entwicklung stecken. Die Virtual-Reality-Brillen sind noch riesig, werden aber deutlich kleiner werden und sich von normalen Brillen nicht unterscheiden. David Finsterwalder ist sicher: „Sie werden das Smartphone verdrängen“. Er und Daniel Sproll waren zunächst ins Epizentrum der Entwicklung neuer Technologien, ins Silicon Valley in Kalifornien, gefahren. Sie haben dort, in direkter Nachbarschaft von Google, Apple und Co, ihr Unternehmen gegründet und wichtige Kontakte geknüpft. Sie mussten dann aber schnell feststellen, dass das Leben in Kalifornien sehr teuer ist und dass es in Deutschland einfacher ist, Mitarbeiter zu finden, die die Software weiterentwickeln. „Wir sind in der neuen Technik, die ungeahnte Möglichkeiten bietet, von Anfang an dabei und haben einen wahren Senkrechtstart erlebt“, freut sich der ehemalige Göppinger.

Nicht nur die beiden Gründer sind vom Erfolg der neuen Photogrammetrie überzeugt. Jüngst fand sich ein weiterer Investor, der in „Realities.io“, so der Name des Unternehmens, eine halbe Million Dollar investiert hat. Jetzt geht es in Berlin daran, „ein Team aufzubauen. Finsterwalder: „Wir suchen dringend Softwarespezialisten, denn im Moment sind wir an unseren Kapazitätsgrenzen“.

Zur Person

David Finsterwalder ist in Göppingen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur am Mörike-Gymnasium hat er zunächst Mathematik, Philosophie, Archäologie und Religionswissenschaften studiert. Wenn ihm sein anstrengender Job als Unternehmer Zeit lässt, entspannt er am liebsten beim Nachholen von Schlaf.

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