Vielleicht genügt starkes Zurückschneiden

Die Fällung von sieben Bäumen in der Heininger Kastanienallee ist aufgeschoben. Bürgermeister Norbert Aufrecht bietet den Gegnern am Donnerstag eine Informationsveranstaltung mit dem Baumsachverständigen an.

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Wegen der geplanten Fällung dieser Kastanien in Heiningen regt sich Protest.  Foto: 
Die Baumfällung ist fürs erste ausgesetzt – und vielleicht werden auch weniger als sieben Bäume gefällt. Der Heininger Bürgermeister kann sich vorstellen, die Bäume so stark zurückzuschneiden, dass sie keine Gefahr mehr darstellten. Ob das den Leuten dann gefalle, sei eine andere Sache. Das gehe aber nur bei Bäumen, deren Äste brechen können. Einige richteten auch mit ihrem Wurzelwerk Schaden in benachbarten Grundstücken an.

Über den Zustand der sieben Bäume soll am Donnerstag um 16.30 Uhr der Baumsachevrständige im Rathaus informieren. Zum wiederholten Mal. Denn der habe bereits im August mit allen unmittelbaren Anwohnern der Kastanienallee das Gespräch gesucht und im September im Gemeinderat „Baum für Baum“ erklärt, was er vorschlage. Zu dieser Sitzung sei kein Anwohner gekommen, merkt Aufrecht an. Seine Kritik: „Erst wenn der Bagger oder die Kettensäge anrückt, kommt Protest.“

Für Anwohner Walter Dengler, der die damaligen Vorbereitungen für die Baumfällungen nicht ernst genommen haben will, sind das anderthalb gute Nachrichten. „Dass die Fällung aufgeschoben ist, ist positiv.“ Und wenn es zum Zurückschneiden käme, sei das besser als das Fällen. Aber schon die Informationsveranstaltung hat für ihn ein großes Manko. Sie, die Gegner, könnten sich nicht vorbereiten, weil ihnen das Gutachten vorenthalten werde. In der Tat will Aufrecht es „nicht unkommentiert“ herausgeben, weil Laien es nicht unbedingt richtig lesen könnten. Dengler: „Mir kann keiner sagen, dass ich ein Gutachten nicht verstehe.“ Er kenne sich mit Holz wie mit Statik aus, er habe 40-jährige Erfahrung als Konstrukteur und sei gelernter Modellschreiner. Jetzt habe die Gegenseite einen Wissensvorsprung, zürnt er: „Wir könmen nicht ein 70-seitiges Gutachten so mal eben inhalieren.“

Aber Dengler weiß nach eigenen Angaben trotzdem einiges über das Gutachten – und rückt jetzt von seinem Vorwurf eines Gefälligkeitsgutachtens ab. Es stehe gar nicht drin, dass die Bäume gefällt werden müssten und ihre Statik gefährdet sei – mithin auch nichts von bruchgefährdeten Ästen. Vielmehr werde das so „gedeutet“ und nach außen hin dargestellt.

Dass er oder seine Mitstreiter den Gutachter übers Wochenende „übelst beschimpft“ hätten, wie es Bürgermeister Aufrecht berichtet, weist Dengler zurück. „Wir waren das nicht.“

Aufrecht findet es unbegreiflich, dass ihm unterstellt werde, er wolle Bäume ohne Not fällen. „Von mir aus können sie 1000 Jahre alt werden.“ Der Gutachter habe gesprochen, und die Haftung liege bei ihm als Rathauschef. Im übrigen habe sich ein Anwohner auch schon beklagt, warum man die Bäume noch nicht gefällt habe. „Die andere Seite gibt es auch.“

Dengler schiebt noch einen Vorschlag nach. Man könne den Gehweg unter den Kastanien herausreißen, dann laufe da niemand mehr und könne nicht vom angeblichen Risiko ereilt werden. Man könnte den Weg auch mit Büschen unpassierbar machen und der Lebenshilfe zur Pflege geben. Dengler bekräftigt: „Diese Bäume sind nicht gefährlich. Wenn man glaubt, sie fällen zu müssen, müsste man alle Bäume in Heiningen rausreißen.“

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