Vesperkirche - Ein Ort für Gemeinschaft

Die Göppinger Vesperkirche findet in diesem Jahr bereits zum 17. Mal in Folge statt. Bemerkenswert sind vor allem die steigenden Besucherzahlen.

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"Übernommen haben wir das Prinzip der Vesperkirche von der Stuttgarter Leonhardkirche. Dort gibt es diese Veranstaltung seit etwa 20 Jahren", erklärt Wolfgang Baumung, Leiter des Haus Linde. Angefangen hatte es damals im Haus Linde selbst, wo den Wohnungslosen eine warme Mahlzeit gekocht und wo mit ihnen gemeinsam gespeist wurde. Die Gruppe betrug zu dieser Zeit etwa 15 bis 20 Leute. "Das Flair beim gemeinsamen Essen, mit Messer und Gabel und netter Deko auf dem Tisch, ist ein ganz anderes als bei einem Fast- Food-Imbissstand", sagt Baumung und ergänzt: "Natürlich auch qualitativ gesehen. Das Essen hier ist selbstgekocht und auf jeden Fall hochwertiger."

Die Oberhofengemeinde kam mit ins Boot, als das Projekt nicht nur für Wohnungslose, sondern auch für Bedürftige jeglichen Hintergrundes erweitert wurde.

Auf Grund der großen Nachfrage brauchten die Veranstalter viel Platz, den sie in der Göppinger Stadtkirche fanden. Schon im 17. Jahrhundert diente ihr großer Kornspeicher über der Kirchendecke zur Versorgung der Armen und Bedürftigen in der kalten Jahreszeit.

Heute gibt die Vesperkirche in der Stadtkirche kein Korn mehr aus, aber täglich bis zu 230 Mahlzeiten. "In den fünf Wochen findet ein bisschen die soziale Integration statt, die sich die Politiker wünschen", sagt Baumung und verweist auf die starke Gemeinschaft.

Junge Leute über das Angebot der Vesperkirche zu informieren, ist dem Verein wichtig. Dabei wird auf Öffentlichkeitsarbeit gebaut. Deswegen wurden und werden auch Konfirmandengruppen und Schulklassen in die Vesperkirche eingeladen, um hier mit eigenen Augen zu sehen, was zu den Aufgaben einer Kirche gehört. Sie essen gemeinsam mit den Gästen Mittag, wobei natürlich auch das ein oder andere Gespräch gesucht wird. "Die Jugendlichen lernen anhand der Schicksale schnell, dass man Armut verschieden auslegen kann und dass materielle Werte oft gar nicht so wichtig sind", meint Baumung.

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