Verunglimpfung des Alten Testaments

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Hans Peter Bauer empört sich in seinem Leserbrief zu Recht über den immer weiter eskalierenden Gaza-Krieg. Ich bin mit Ihnen, Herr Bauer, völlig einig, dass religiöser Fanatismus, egal ob jüdisch, christlich oder muslimisch, gepaart mit politischer und militärischer Macht ins Unheil führt. Aber ich protestiere entschieden gegen Ihre Schlussbemerkung, "im Geiste des Alten Testaments" könne es nie eine humanitäre Lösung des Gaza-Konflikts geben. Antisemitische Hetzparolen seien "gewiss" nicht hilfreich, sagen Sie, die Geschichte würde lehren, wohin das führt. Mit der pauschalen Verunglimpfung des Alten Testaments besorgen Sie jedoch exakt das Geschäft der alten und neuen Antisemiten! Schön, dass Sie auf Jesus hinweisen! Seine Bergpredigt und auch sein Todesschicksal gehören zu den stärksten Zeugnissen der Gewaltlosigkeit, die wir haben. Seine Welt war aber die des Alten Testaments, aus dem das Gebot der Nächstenliebe stammt (3. Mose 19, Vers 18), das den Gott der Barmherzigkeit verkündet (Psalm 103), der den Menschen nahe ist (5. Mose 30, Vers 11-14). Wahrscheinlich haben Sie das Gebot "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21,24) im Kopf, aber Gleiches mit Gleichem zu beantworten rechtfertigt Gewaltexzesse gerade nicht, sondern ist im Gegenteil ein Instrument der Deeskalation bei immer weiter ausufernder Gewalt, und man kann nicht vom israelischen Militär einfach auf das Alte Testament schließen, wie Sie das tun. Ich empfehle Ihnen die Lektüre der genannten Bibelstellen und hoffe, dass Sie dann nicht mehr so leichtfertig und pauschal das Alte Testament als un-menschlich bezeichnen. Dem Judentum faktisch vorzuhalten, seine religiöse Basis sei ein Dokument der Unmenschlichkeit, ist purer Antisemitismus nichts anderes.

Bernhard Leube,

Eislingen

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