Versicherungsstreit nach Hagelschaden: Frust ums Vereinsheim

Die Göppinger Gartenfreunde verstehen die Welt nicht mehr. Seit der Hagelsturm das Dach ihres Vereinsheims durchlöchert hat, streiten sie mit der Versicherung. Die will nur ein Drittel des Schadens zahlen.

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  • Die Löcher, die der Hagel im Vereinsheim-Dach hinterlassen hat, sind noch immer notdürftig abgedeckt, wie die Gartenfreunde Hartmut Rapp und Erhard Romppel zeigen (linkes Bild). Vorsitzender Erwin Hartmann diskutiert mit seinen Kollegen Werner Neumann, Xaver Zeininger und Hartmut Rapp über den Schriftwechsel mit der Versicherung (rechts). Fotos: Staufenpress 1/2
    Die Löcher, die der Hagel im Vereinsheim-Dach hinterlassen hat, sind noch immer notdürftig abgedeckt, wie die Gartenfreunde Hartmut Rapp und Erhard Romppel zeigen (linkes Bild). Vorsitzender Erwin Hartmann diskutiert mit seinen Kollegen Werner Neumann, Xaver Zeininger und Hartmut Rapp über den Schriftwechsel mit der Versicherung (rechts). Fotos: Staufenpress
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Die Vögel zwitschern, die ersten Knopsen sind an den Büschen schon zu erkennen. Die Stimmung rund um das Vereinsheim der Göppinger Gartenfreunde ist friedlich. Doch wenn das Gespräch auf die Versicherung zu sprechen kommt, dann geht dem Vorsitzenden Erwin Hartmann und seinen Mitstreitern der Hut hoch. Denn seit einem guten halben Jahr liegen die Hobbygärtner mit der Sparkassenversicherung im Clinch. Es geht um eine fünfstellige Summe.

Kurz gesagt lautet die Geschichte aus Sicht der Gartenfreunde so: Beim Hagelschlag im Juli wurde das Eternit-Dach am 39 Jahre alten Vereinsheim schwer beschädigt. Wenig später hatte der Verein schon ein Reparatur-Angebot eines Holzbaubetriebs über 38 000 Euro eingeholt. Die Versicherung schickte einen Vertreter. Der sicherte mündlich zu, den Schaden schnell zu regulieren. Doch dann kamen die Hiobsbotschaften: Zunächst reduzierte die Versicherung die anerkannte Schadensumme auf 26 700 Euro. Dann passierte fünf Wochen nichts. Schließlich teilte die Firma dem Verein und seinen 280 Mitgliedern mit, dass erst einmal lediglich knapp 9000 Euro ersetzt würden, denn der Zeitwert des Gebäudes liege bei 34 Prozent. Weitere 6700 Euro stellte die Versicherung in Aussicht - für den Verein trotzdem zu wenig, um das Dach reparieren zu lassen.

Die Entscheidung können die Gartenfreunde deshalb nicht nachvollziehen. Zum einen habe das Unternehmen dem Verein stets vorgegaukelt, er sei mit der so genannten "gleitenden Neuwertversicherung" auf der sicheren Seite, sagt Erwin Hartmann kopfschüttelnd. Außerdem habe ein Gutachter des selben Unternehmens den Wert des Gebäudes noch drei Jahre vorher auf 270 000 Euro taxiert, sagt er. Davon wolle sie jetzt nichts mehr wissen.

Für Hartmann und seine Mitstreiter ist das alles "eine Zumutung". Die Vereinsmitglieder seien aufgebracht. Am nächsten Samstag treffen sie sich zur Hauptversammlung. Dann soll entschieden werden, ob die Dachreparatur mit einer Sonderumlage der Hobbygärtner finanziert werden soll. Denn warten könne man nicht länger, sonst drohen trotz der provisorischen Abdeckung durch eindringendes Wasser größere Schäden am Vereinsheim, das die Mitglieder bisher immer tipptopp gepflegt haben.

Die Sparkassen-Versicherung bleibt jedoch auf Anfrage der NWZ dabei, dass im Falle der Gartenfreunde "alles korrekt abgelaufen" ist, wie Sprecherin Stefanie Rösch von der SV-Versicherung in Stuttgart betont. Der Gutachter sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zeitwert des Gebäudes mit 34 Prozent einzustufen sei. Weil der Zeitwert unter 40 Prozent liege, sei zu Recht auch der Neuwertschaden nur anteilig bezahlt worden. So seien nun mal die mit den Gartenfreunden vereinbarten Vertragsbedingungen. Diese Entschädigungsgrenze sei auch durchaus üblich, erklärt die Unternehmenssprecherin.

Während die Gartenfrende behaupten, nach dem ersten kurzen Besuch des Versicherunsgvertreters habe gar keine Begutachtung ihres Vereinsheims mehr stattgefunden, beharrt die Unternehmenssprecherin darauf, dass die Einstufung des Gebäudewertes Hand und Fuß hatte. "Der Sachverständige hat sich mit dem Dach schon beschäftigt", sagt Stefanie Rösch.

Vom Hagel schwer getroffen war bei den Göppinger Gartenfreunden im übrigen nicht nur das Vereinsheim am Galgenberg. Auf den 148 Parzellen des Vereins wurden auch 72 Hütten beschädigt, die jeweils Eigentum der einzelnen Vereinsmitglieder sind, jedoch über den Verein versichert waren. Die Hütten waren jedoch bei einem anderen Unternehmen gemeldet und die Schäden seien anstandslos ersetzt worden, erklärt Erwin Hartmann.

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Kommentare

16.03.2014 12:58 Uhr

Versicherungsstreit nach Hagelschaden: Frust ums Vereinsheim

Leider ist es immer öfter so, dass Versicherungen nur solange gut sind solange man die immer höheren Prämien bezahlen "darf" - gehts dann aber darum die Leitungen berechtigterweise in Anspruch zu nehmen, dann drücken sich immer mehr Versicherungen mit fragwürdigen Methoden um die Regulierung des Schadens. Deshalb hilf nur eines - beim Abschluß einer Versicherung auf keinen Fall sich vom jeweiligen "Vertreter" unter Druck setzen lassen sondern das Angebot genau durchlesen bevor man unterschreibt.

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