Verkehrszählung: Autokennzeichen im Visier

Mit Kameras und Radargeräten erfasst eine Bundesbehörde derzeit in ganz Deutschland die Verkehrsströme und die Zahl ausländischer Fahrzeuge. Im Kreis Göppingen stehen die Geräte an zehn Standorten.

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An der Christian-Grüninger-Straße im Bereich des Beruschulzentrums Öde hingen die Infrarotkameras und Radargeräte schon. Insgesamt ist der Landkreis Göppingen mit zehn Standorten an der bundesweiten Aktion beteiligt.  Foto: 

Wer am Dienstag mit dem Auto in Sparwiesen, am Mittwoch auf der A8 bei Hohenstadt oder am Sonntag in Faurndau in der Rechberghäuser Straße unterwegs ist, dem fallen bestimmt die beiden Kameras und die Schilder auf. In Göppingen an der Öde hingen sie bereits. "Verkehrszählung" steht auf den Tafeln. Das ist auch ins Englische übersetzt. Und das ist kein Zufall. Denn die Geräte sollen vor allem die Zahl der Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen erfassen.

Hintergrund ist die sogenannte Fahrleistungserhebung. Diese groß angelegte Untersuchung haben die Behörden zuletzt vor zwölf Jahren veranlasst. Nun wird es Zeit für neue Daten. Die Experten wollen wissen, wieviel auf deutschen Straßen gefahren wird. Dazu haben sie sich zwei Bausteine ausgedacht: Zum einen werden an 156.000 Fahrzeughalter in der ganzen Republik Fragebogen verschickt, auf denen sie eintragen sollen, wieviel sie gefahren sind. So wird die "Inländer-Fahrleistung" erhoben.

Verkehr unter Beobachtung an 520 Standorten

Zum anderen sollen aber auch die von im Ausland zugelassenen Fahrzeugen zurückgelegten Kilometer ermittelt werden. Deshalb wird an 520 Standorten auf Autobahnen, Land- und Stadtstraßen im Bundesgebiet jeweils für 24 Stunden der Verkehr beobachtet, erklärt Iris Schneidermann von der zuständigen Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gadbach.

Die Kennzeichen werden mit Infrarotkamaras erfasst und die Nationalitäten aufgrund der Ziffern- und Zeichenfolge identifiziert. Außerdem werden alle Fahrzeuge, die den Zählpunkt innerhalb des fraglichen Zeitraumes passieren, gezählt und differenziert nach Fahrzeugarten von Radargeräten erfasst. Das Kennzeichen selbst oder Videobilder werden dabei nicht gespeichert, versichert die BASt.

Im Kreis Göppingen sind die Geräte bis zum 25. Februar an insgesamt zehn Standorten aufgebaut. Die Zählorte seien bundesweit nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden, so die BASt. Somit können die Zählergebnisse wieder auf das gesamte deutsche Straßennetz hochgerechnet werden. Die Zählung läuft das ganze Jahr 2014. Die Ergebnisse der ganzen Erhebung werden aber erst Ende des nächsten Jahres vorliegen. Sie sollen dazu dienen, das Sicherheitsniveau verschiedener Verkehrsteilnehmergruppen zu ermitteln oder erheben, wie stark die Straßeninfrastruktur in Anspruch genommen wird.

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