Unternehmen gründen regionales Netzwerk für Effizienz

Zur Auftaktveranstaltung für mehr Energieeffizienz waren nicht nur etwa 100 kleine und mittelständische Unternehmen ins Göppinger Landratsamt gekommen, sondern auch Umweltminister Franz Untersteller.

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Auch Landesumweltminister Franz Untersteller (Mitte) kam gestern zur Gründungsveranstaltung des Netzwerks "Initiative Energieeffizienz für Unternehmen im Landkreis Göppingen - Wir sind dabei".  Foto: 

"Dieses Thema hat es in sich", sagte der Moderator der Auftaktveranstaltung im Hohenstaufen-Saal, Werner Ziegler. Und dass dem so ist, konnte man nicht nur an der Komplexität des Themas sehen, sondern auch an der Professionalität der Referenten, die zur Auftaktveranstaltung eines Netzwerkes für kleine und mittelständische regionale Unternehmen gekommen waren. Auch der zuständige Minister aus Stuttgart hielt ein Referat, nachdem Landrat Edgar Wolff das integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises, das der Stärkung der Wirtschaft dienen solle und 200 Seiten mit 160 Maßnahmen enthalte, kurz vorgestellt hatte. Das Klimaschutzziel sei, bis 2050 einen "energie-autarken Landkreis" zu schaffen.

Er und Umweltminister Franz Untersteller übergaben an elf Mitglieder aus der Region die Gründungsurkunde: Herp Ingenieure, Wirtschaftsförderung des Landkreises, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, Wirtschaftsförderung Stadt Göppingen, Hochschule Esslingen, EVF, Visiofacto, Landesnetzwerk Mechatronik BW, Energieagentur Landkreis Göppingen, Kreissparkasse Göppingen und Alb-Elektrizitätswerk Geislingen-Steige. Das Ziel des Netzwerks "Initiative Energieeffizienz für Unternehmen im Landkreis Göppingen - Wir sind dabei" sei die neutrale und qualitativ hochwertige Beratung, die dann zu Maßnahmen gemeinsam mit den Unternehmen führen müsse, sagte Timm Engelhardt, Geschäftsführer der Energieagentur Landkreis Göppingen, denn Energieeinsparung bedeute für Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.

Thorsten Gamm vom Alb-Elekrizitätswerk unterstrich diesen Punkt und stellte praktische Beispiele zur Effizienz vor, die "ein kontinuierlicher Prozess der Verbesserung" sein müsse. Peter Saile von der IHK Göppingen sagte, dass es für die Unternehmen wichtig sei, angesichts steigender Energiepreise ein solches Bündnis für mehr Energieeinsparung zu haben, wo man sich austauschen könne. Der Wunsch an die Politik sei aber, nicht so sehr auf Regulierung durch gesetzliche Vorgaben und immer neue verschärfte Richtlinien zu setzen, sondern die "Signale des Marktes und des Preises" als Faktor ernst zu nehmen. Man müsse die Potenziale der Unternehmen beachten und dürfe Investitionen nicht abwürgen. Maßnahmen zur Energieeinsparung seien bei ihnen wesentlich komplexer als in Privathaushalten.

Minister Untersteller widersprach in seinem Hauptreferat der These, dass über Markt und Preis Energieeinsparung erfolge. Als Beispiel nannte er die USA, wo etwa Strom halb so teuer sei und doppelt so viel verbraucht werde. Deshalb seien auch ordnungspolitische Maßnahmen nötig, wenn man die Energiewende schaffen wolle. "Dem Klima ist es letztlich egal, wo und wie eingespart wird." Er nannte eine Vielzahl von Maßnahmen und verwies auf das "Hohenloher Modell", bei dem Unternehmen sechsstellige Summen sparen würden. Er ging auf das Klimaschutzgesetz von 2013 in Baden-Württemberg ein und dessen Ziele, auf die Kraft-Wärme-Kopplung, auf Informations- und Umsetzungshilfen mit Fördergeldern und auf zinsgünstige Darlehen von KfW und L-Bank.

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