Ungewöhnlich früh Schnee

Der Oktober hat unserer Region einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch beschert. Insgesamt blickt die Wetterwarte Stötten jedoch auf einen in jeder Hinsicht durchschnittlichen Monat zurück.

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Ein Schaf auf einer Streuobstwiese in Kuchen: "Winterbild im Herbst" hat unser Fotograf diese Aufnahme betitelt. Tatsächlich hat es im vergangenen Oktober ungewöhnlich früh zum ersten Mal geschneit. Foto: Stefan Hinkelmann

Schon zu Beginn des vergangenen Monats war es nicht zu übersehen, dass der Herbst Einzug gehalten hatte. Die Laubwälder leuchteten gelb und rot unter dem blauen Himmel, es wurde tagsüber zwar noch richtig warm, nachts aber schon recht kalt. Ein Tief brachte etwas Regen, danach das Hoch "Kourosh" wieder viel wärmenden Sonnenschein. Bis zum vergangenen Wochenende: Da sanken die Temperaturen so schnell und so tief, dass es zum ersten Mal in dieser Saison schneite - und das nicht nur auf der Alb, sondern auch im Filstal.

Aprilwetter im Herbst? Nicht unbedingt. Martin Melber von der Wetterwarte Stötten spricht im Zusammenhang mit dem Wintereinbruch von einem "selten markanten Temperatursturz". Alles in allem weiche der Oktober bei den Temperaturen, den Niederschlagsmengen und der Sonnenschein-Dauer kaum von den langjährigen Normalwerten ab.

Dennoch gab es Extreme: An vier Tagen lag in diesem Oktober auf der Alb Schnee (am vergangenen Wochenende neun Zentimeter hoch). Damit rangiert der Monat in der Stöttener Wetterstatistik auf Platz 4. Mehr Schnee in einem Oktober hat es zuletzt im Jahr 2008 gegeben - da lag Ende des Monats eine 15 Zentimeter dicke Schneedecke auf der Alb. Am 19. des vergangenen Monats wurden dort schon fast sommerliche Temperaturen gemessen - als Maximum notierte der Deutsche Wetterdienst 21,6 Grad.

In der 67-jährigen Stationsgeschichte gibt es nur zwölf Oktobertage, die noch wärmer waren. Im Oktober 1965 registrierten die Wetterfrösche einen "echten" Sommertag mit 25,1 Grad Celsius - zehn Tage später sank die Quecksilbersäule dann auf minus 0,5 Grad. Und noch ein Rekord: Heuer gab es im Oktober zwei "Eistage" mit 24-stündigem Dauerfrost. Nur 1950 hielt sich die gemessene Temperatur noch länger unter dem Nullpunkt, nämlich fünf Tage lang.

Die tiefste Lufttemperatur wurde in diesem Jahr am 29. Oktober mit minus 6,4 Grad gemessen. Der Erdboden kühlte an diesem Tag sogar auf minus 11,2 Grad ab. Im Durchschnitt lag die gemessene Temperatur jedoch bei 7,7 Grad. Der Oktober war für die Wetterstatistik damit nur 0,2 Grad kälter als im langjährigen Mittel. An acht Tagen herrschte Bodenfrost. Die Sonne schien 118,3 Stunden lang, sie erreichte damit nur 92 Prozent des Mittelwerts. Dafür regnete es ein wenig mehr als sonst (Mittelwert um 12 Prozent überschritten). An 19 Tagen herrschte gute Fernsicht (bis 70 Kilometer), an fünf Tagen sah man sogar die Alpenkette vom Säntis bis zur Zugspitze (Sichtweite über 150 Kilometer).

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