Umzugspläne für Technisches Rathaus

In die Debatte um einen Umzug des Technischen Rathauses kommt wieder Bewegung. Rathauschef Guido Till sieht Handlungsbedarf und lässt auch neue Standorte prüfen. Der Baubürgermeister winkt ab.

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Technisches Rathaus in Göppingen.  Foto: 

Was wird aus dem Technischen Rathaus an der Nördlichen Ringstraße? Über diese Frage grübelt die Göppinger Stadtverwaltung schon seit Jahren. Jetzt wurde - eher zufällig - klar, dass Oberbürgermeister Guido Till das Dauerproblem in den nächsten Monaten angehen will. Deutlich wurde auch, dass er damit auf Konfrontationskurs mit dem Baubürgermeister Olav Brinker steht. Das Thema wurde bei der gemeinsamen Sitzung von Technischem Ausschuss und Verwaltungsausschuss an die Oberfläche gespült. In der Runde kam das Areal als mögliche Fläche für einen Nahversorgungsbetrieb für die Nordstadt und den Hailing ins Gespräch. "Wenn es dafür Pläne gibt, sollte man es sagen", forderte Klaus Wiesenborn (SPD) die Verwaltung auf.

Guido Till kündigte daraufhin an, zusammen mit dem Gemeinderat ein neues Konzept zu erarbeiten, was aus dem Technischen Rathaus werden soll - und wohin die Mitarbeiter umziehen könnten. Gegenüber der NWZ erklärte Till: Das Rathaus, das seit vielen Jahren in der ehemaligen Gewerbeschule am Nordring untergebracht ist, sei in einem baulichen Zustand, "den man niemandem zumuten kann". Die Anforderungen an moderne Arbeitsplätze seien dort nicht erfüllt. Deshalb werde er andere Standorte für die Behörde prüfen lassen.

Neues Konzept innerhalb von neun Monaten

Das allerdings ist nichts Neues: Bereits im Jahr 2007 hatte Till seine Absicht verkündet, das Technische Rathaus in der Nähe des Bahnhofs neu anzusiedeln. Die Rede war damals von einem Neubau, aber auch ein Umzug in das Dienstleistungszentrum der Kreissparkasse in der Jahnstraße oder ein Umzug in die Räume der ehemaligen Neckarwerke hinter dem "Marktkauf" waren schon im Gespräch - verwirklicht worden ist ein Umzug bisher aber nicht. Jetzt will Till das Thema wieder aufgreifen und nennt einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten für ein Konzept.

An einen Abriss des Gebäudes am Nordring sei aber nicht gedacht, sagte der Oberbürgermeister. Zwar gab es einst auch schon Pläne, auf dem Areal hochwertige Wohnhäuser zu bauen. Doch Till stellt klar, dass die Kunsthalle und die Volkshochschule unter allen Umständen erhalten werden sollen. Die Kunsthalle könne weitere Räume im Erdgeschoss des Rathauses gut gebrauchen. Im Hof soll ein Skulpturengarten entstehen. In den Obergeschossen des Technischen Rathauses könne er sich den Umbau zu Loft-Wohnungen vorstellen.

Kaum war das Thema im Ausschuss angeschnitten, kam Baubürgermeister Olav Brinker aus der Deckung. Es wurden neue Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Till offensichtlich. Er spreche sich eindeutig dafür aus, das Technische Rathaus zu belassen, wo es ist, sagte der Baubürgermeister, der dort auch sein Büro hat. Der jetzige Standort habe seine Qualitäten und das Gebäude sei energetisch gar nicht so schlecht, meinte Brinker. Die bisher angepeilten Standorte in der Jahnstraße, beim Marktkauf oder nahe dem Bahnhof würden die Situation nicht verbessern - oder sie seien sehr teuer. Die Basis für eine spannende Diskussion ist damit gelegt.

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