Umweltgemeinschaft kämpft gegen Fracking

Die "Einheit von Mensch und Natur wiederherzustellen" ist das wichtigste Ziel der neuen Umweltgewerkschaft. Sie will Fracking verhindern.

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Es war ein kleines Häuflein, das in den "Jägersbeck" zur ersten Mitgliederversammlung gekommen war: die beiden Sprecher Michael Wist und Hans-Udo Müller, die beim Gründungskongress in Berlin waren und davon berichteten, sowie noch zwei eingetragene Mitglieder von insgesamt fünf Mitgliedern der Ortsgruppe Göppingen der in Berlin neu gegründeten Umweltgewerkschaft. Einige hätten sich entschuldigt und es gebe im Umfeld Interessenten, die man mit verschiedenen Aktionen gewinnen wolle, sagte Kontaktmann und Sprecher Michael Wist.

In ihrem Bericht vom Gründungskongress ging es um die Inhalte der Gründungsresolution, deren wichtigstes Ziel laut Klaus Maier sei, "die Einheit von Mensch und Natur wiederherzustellen". Die Menschen seien Bestandteil der Natur und nicht dazu da, sie zu zerstören. Hans-Udo Müller wurde konkreter: "Ich habe etwas gegen die Monopole, die gezielt die Umwelt zerstören, und ich möchte gegenüber meinen Töchtern kein schlechtes Gewissen haben."

In der Resolution sind sieben Punkte und Beispiele aufgelistet, die nach Meinung der Umweltgewerkschaft belegten, dass die Zerstörung der Umwelt immer rücksichtsloser werde. "Wir streben eine befreite Gesellschaft an, in der die Einheit von Mensch und Natur Leitlinie ist." Zum Thema Fracking meinte Wolfgang Nebenführ, dass er sich nicht vorstellen könne, dass man die Giftstoffe jemals wieder aus dem Wasser herausbringen könne. "Wenn die Regierung Fracking in Ausnahmen zulässt, ist das eine Farce, denn irgendwann wird es dann im großen Stil betrieben. Der Aufwand ist viel zu hoch, und es ist viel zu gefährlich im Vergleich zum Ertrag und Erfolg."

Angesichts der geringen Mitgliederzahl in Göppingen wollen die Mitglieder ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken, mit Infoständen in der Fußgängerzone werben und im Februar eine Veranstaltung mit einem konkreten Thema organisieren. Als Ziel sehen sie, ein eingetragener Verein zu werden. In Konkurrenz zu Gewerkschaften wollen sie nicht treten, aber sie wollen breiter aufgestellt sein. Und in Parteien fühlen sie sich, die vor allem aus der Arbeiterbewegung kommen, nicht genügend vertreten. Die Idee, eine Umweltgewerkschaft aufzubauen, stammt aus dem Jahr 2011.

Info In Deutschland gibt es bislang 43 Gruppen mit 2.300 Teilnehmern, die sich Ende November mit 135 Delegierten zum Gründungskongress getroffen und vor allem Satzungsfragen diskutiert haben. Ein Programm soll in eineinhalb Jahren zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Bis dahin sollen weitere Orts- oder Regionalgruppen gegründet werden.

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