UMFRAGE: Wipfelpfad-Aus umstritten

Der Baumwipfelpfad in Wiesensteig war monatelang ein heißes Thema in Wiesensteig und im Landkreis. Wie sehen Göppinger Passanten den überraschenden Ausstieg des Investors? Die NWZ fragte nach.

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Roswitha Rau bedauert den Abbruch des Projekts. Die 57 Jahre alte Birenbacherin findet es toll, wenn etwas Neues kommt. Die Angestellte im Bereich Arbeitsförderung versteht jedoch auch die vielen kritischen Stimmen aus den umliegenden Gemeinden, denn die Parkplätze müssten außerhalb liegen und nicht so, dass die Anwohner belästigt werden. Die Natur sollte ihrer Meinung nach geschützt werden und nicht durch zu viel Verkehr beeinträchtigt.

Eine komplett andere Meinung zu diesem Dauer-Aufreger-Thema hat Gerhard Wellhöfer, denn er ist froh, dass der Pfad durch die Bäume nicht gebaut wird. Er hält es für nicht sinnvoll, wenn immer mehr Freizeiteinrichtungen gebaut werden, denn dann habe niemand mehr seine Ruhe. Der 75-Jährige aus Hohenstaufen hat dies bei der neuen Gaststätte auf dem Göppinger Hausberg selbst erlebt, sagt er. Dort sei viel los und die Parkplätze reichten letzten Endes nicht. Der Rentner glaubt, dass der zusätzliche Verkehr für die Natur schädlich ist.

Peter Moritz Dundalek, der als Antiquitätenhändler tätig ist, findet das Wipfelpfad-Aus schade, da es für Wiesensteig und Umgebung eine gute Sache gewesen wäre. Dadurch wäre die Ortschaft wieder belebt worden. Daher sei es für Wiesensteig selbst bedauerlich. Der 65-Jährige aus Göppingen glaubt, davon hätte jeder Laden profitiert. Außerdem wäre es für die Stadt gutgewesen, weshalb er die kritischen Stimmen nicht verstehen kann. Er hält einen Baumwipfelpfad für sinnvoll und interessant und wäre selbst gerne ein Besucher gewesen.

Ruth Scheel besuchte im bayrischen Wald einen Baumwipfelpfad und war beeindruckt. Die Zufahrt dort führe nicht durch Dörfer, was geschickt sei. Sie findet, dass man sich vorher überlegen müsse, wo ein günstiger Standort wäre, an dem die benachbarten Gemeinden nicht beeinträchtigt werden. "In Bayern war das auch eine große Sache und vor allem der Parkplatz war riesig." Angsichts ihrer Erfahrungen könne sie die Gemeinden verstehen. Sie hofft, dass an einer anderen Stelle gebaut wird.

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