Umbruch im Göppinger Stadtbild geht weiter

Weitere Neubau-Vorhaben stehen den Göppingern bevor. Gleich zwei Großprojekte in der Marktstraße hatte der Gestaltungsbeirat jetzt im Blick – mit ganz unterschiedlichem Ausgang.

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  • Linkes Foto: Diese beiden Häuser in der Markstraße sollen durch einen großen Flachdach-Neubau ersetzt werden. Rechtes Bild: Das Haus in der Spitalstraße 8 wird durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt.  1/3
    Linkes Foto: Diese beiden Häuser in der Markstraße sollen durch einen großen Flachdach-Neubau ersetzt werden. Rechtes Bild: Das Haus in der Spitalstraße 8 wird durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Foto: 
  • Das ZUM ist vielen zu blöckisch. Dem Gestaltunsgbeirat gefällt’s, er schlägt aber höhere Brüstungen vor. 2/3
    Das ZUM ist vielen zu blöckisch. Dem Gestaltunsgbeirat gefällt’s, er schlägt aber höhere Brüstungen vor. Foto: 
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Seine Haushaltsrede am Donnerstag hat der Göppinger Rathauschef Guido Till unter die Überschrift „Tradition und Innovation“ gestellt. Dabei hat er versprochen, „auch diejenigen mitzunehmen, denen die Entwicklung der Stadt zu schnell geht“. Trotz vieler Veränderungen seien die wesentlichen Grundzüge Göppingens nach wie vor zu erkennen. Der klare Stadtgrundriss konnte sogar gestärkt werden, findet Guido Till. Plätze seien verschönert worden, moderne Architektur habe Einzug gehalten.

Tatsächlich werden in der Göppinger Innenstadt nun weitere historische Gebäude für Neubau-Projekte weichen. Investitionen nehmen richtig Fahrt auf. Für das Projekt „Zentrum Untere Marktstraße“ (ZUM) gleich beim Kreissparkassen-Turm stehen die Abbrucharbeiten an fünf Häusern bevor. Die geplante neue Architektur war unter Lokalpolitkern und in der Öffentlichkeit umstritten (siehe Infobox). Doch nun geht der Siegerentwurf wohl der Verwirklichung entgegen.

In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gestaltungsbeirat der Stadt auch mit einem weiteren großen Wohn- und Geschäftshaus-Projekt auseinandergesetzt. In der Marktstraße neben dem Modehaus Finck werden zwei Altbauten dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Im Mai soll der Abbruch beginnen. An der Stelle soll ein viergeschossiger Neubau entstehen. Zwei Grundstückseigentümer haben sich zusammengeschlossen, um das Vorhaben zu verwirklichen. Die Bauherren halten sich über ihre Pläne sehr bedeckt. Nach Informationen der NWZ sind jedoch in dem Flachdach-Neubau zwei Geschosse für den Einzelhandel vorgesehen, die oberen Etagen für Wohnungen.

Im Gestaltungsbeirat wurde an dem Entwurf die Fassadengestaltung als verbesserungswürdig angesehen. Das Gebäude soll an einer wichtigen Stelle der Innenstadt in unmittelbarer Nähe zum Göppinger Marktplatz gebaut werden. Die Architektur-Experten fanden, es solle die vorhandene, für die Göppinger Innenstadt charakteristische Lücke zwischen den Gebäuden besser zum Ausdruck bringen, um die derzeitige Parzellengrenze sichtbar zu machen. Wenn sich das nicht verwirklichen lasse, sollte die Fassade wenigstens eine „eigene Identität in der Formensprache“ haben, befand Kurt Werner, Sprecher des Gestaltungsbeirats. Nun werden die Bauherren und ihr Architekt das Projekt bis zur nächsten Sitzung des Gremiums im November anpassen und erneut vorstellen.

Bei der Beratung über ein weiteres Neubauvorhaben haben die Beiräte nur Kleinigkeiten angemerkt: An der Spitalstraße ist der Abbruch eines Bestandsgebäudes nördlich des Spitalplatzes geplant. Statt dessen soll der benachbarte Neubau aus den Achtzigerjahren bis zur Ecke fortgeführt werden. Geplant sind eine Ladeneinheit und Wohnungen. Der Gestaltungsbeirat regte unter anderem an, die Nähe von Zwerchgiebel und Balkoneinschnitt sowie den assymetrischen Eckeingang zu überdenken.

Zerrupft Noch vor wenigen Wochen hatten die Lokalpolitker an den Entwürfen für das Zentrum Untere Marktstraße (ZUM) kaum ein gutes Haar gelassen. Die Worte „Burg“ und „Schießscharten“ machten die Runde.

Abgeflaut Nach einigen Debatten ist die Kritik schwächer geworden. Einige Stadträte sind mit dem Entwurf aber nach wie vor nicht einverstanden, wie diese Woche klar wurde.

Gestärkt Ganz anders der Gestaltungsbeirat, der diese Woche mit allen Fraktionen die Entwürfe erörterte. Die externen Experten sind von dem Siegerentwurf überzeugt. Das Gebäude diene als Entree der Stadt vom Bahnhof her und schaffe es, viele Nutzungen zu einer stimmigen Einheit zusammen zu fügen: Handel, Dienstleistungen und Wohnen in der Dachlandschaft. Die Bauherren sehen nur noch zwei Wohnspangen vor. Lediglich die Brüstung hin zur Marktstraße ist kontrovers.

Zuversichtlich Der Baubürgermeister sagte, der Entwurf sei im Kontext der angrenzenden Gebäude verträglich. Er gehe davon aus, dass er nun auf breiten Konsens stoßen werde.

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Kommentare

30.09.2017 14:53 Uhr

Schade

Schon jetzt lohnt es sich kaum nach Göppingen zu fahren. Warum auch?
Kirchheim ist schöner, das Internet zum Kaufen attraktiver.
Wohn- und Geschäftshäuser will man nicht sehen und verunstalten das Stadtbild.
Umso schlimmer, wenn der OB den Abriss historischer Bausubstanz auch noch schönredet.
Für mich ein Argument mehr mich eher nach Kirchheim oder ES zu orientieren.

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