Übergriff auf junge Frauen: Mann muss für sexuelle Attacken in Haft

Ein Mann hat zwei junge Frauen in Göppingen sexuell genötigt. Er ergriff er die Flucht - wurde aber dennoch am Mittwoch vom Amtsgericht verurteilt.

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Seine Aufdringlichkeit und Brutalität haben einem Mann aus dem Irak zweieinhalb Jahre Gefängnis eingebracht. Der 24-Jährige war im Abstand von rund drei Monaten zwei jungen Frauen in Göppingen zu Leibe gerückt. Er wollte seine Opfer küssen, drückte sie zu Boden und rieb sich an ihnen. In einem der beiden Fälle soll er sein Glied aus der Hose geholt haben.

Beide Opfer wehrten sich gegen die Übergriffe. Der Mann ließ aber erst von ihnen ab, nachdem Zeugen ihn überraschten und vertrieben. Für diese Übergriffe und die Schläge, die der 24-Jährige dabei austeilte, verurteilte ihn am Mittwoch das Göppinger Amtsgericht zu der Haftstrafe. Den Übergriff auf eine dritte junge Frau verfolgte Richter Heiko Griesinger nicht weiter, da sich diese in Widersprüche verstrickt hatte.

Beide Fälle liefen nach einem ähnlichen Muster ab und geschahen in der gleichen Gegend. Im vergangenen Juli setzte sich der Mann nachts zwischen 21 und 2 Uhr zu einer jungen Frau, die mit ihrer Freundin aus gewesen war und sich alleine vor der Post in Göppingen hingesetzt hatte. Der Angeklagte und die Frau kannten sich vom Sehen, aber die 19-Jährige war in dieser Nacht nicht mehr scharf auf Gesellschaft. "Ich wollte das nicht", berichtete sie. Wenig später sei sie hinter dem Schnellrestaurant Richtung Heimat gegangen. Auf einem Parkplatz beim Finanzamt sei der Mann über sie hergefallen und habe ihr dabei den Mund zugehalten. Er flüchtete, nachdem ihn die Scheinwerfer eines Autos erfassten. Von seinem zweiten Opfer ließ der Mann nicht so schnell ab.

Die junge Frau und ihre Freundin warteten vergangenen Oktober zwischen fünf und sechs Uhr am Göppinger Bahnhof auf den Zug. Während eine der beiden den Fahrplan studierte, setzte sich der Angeklagte zur ihrer Freundin. Die beiden unterhielten sich, dann drückte der 24-Jährige seine Gesprächspartnerin plötzlich zu Boden und legte sich auf sie. Er versuchte sein Opfer zu küssen, zog an dessen Kleidung und soll dabei gerufen haben, er wolle keinen Sex, denn: "Ich liebe Dich!" Die Flucht ergriff er, nachdem die Freundin zur Hilfe geeilt war und ihn mit der Handtasche malträtierte. Zuvor schlug er jedoch auf beide Frauen ein. Im Unterschied zum ersten Übergriff hatten sich die Beteiligten des zweiten Vorfalls zuvor näher kennengelernt. Der Mann und die beiden Frauen waren sich in einer Bar begegnet und nahmen Fotos voneinander auf. Die drei wechselten einige Worte miteinander. Zu einem engen Kontakt soll es laut dem Opfer aber nicht gekommen sein, weil der Angeklagte kaum deutsch spricht.

Alle Beteiligten hatten in den jeweiligen Nächten Alkohol zu sich genommen. "Ich war betrunken und habe Fehler gemacht", sagte der Angeklagte mehrmals. Er hatte vorher zu Protokoll gegeben, regelmäßig Bier und Wodka zu trinken. Für den Richter war er an die Wirkung von Alkohol gewöhnt.

Eigenen Aussagen zufolge haben die zwei Frauen die Übergriffe recht gut verkraftet. Sie sagten jedoch, dass sie seither nicht mehr sorglos abends ausgingen. Eines der Opfer klagte über Schmerzen am Wangenknochen. Ihre Freundin wiederum hat der Vorfall so mitgenommen, dass sie dem Angeklagten gestern nicht gegenüber treten konnte.

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