Totschlagbrief von 1496 in Holzheim: Täter soll ein steinernes Kreuz setzen

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Alle sollen hören, dass Ulrich Weiß Lienhart Kapffer erschlagen und zu Tode gebracht hat. Von beiden Teilen ist eine gütliche Einigung gefunden worden, die beeidigt wurde vor Gott und den Heiligen.

Der Totschlag soll niemals mehr gerächt oder geahndet werden. Zum Zeichen dafür soll alles eingehalten werden, was vereinbart wurde, damit es keine Arglist und Drohung mehr gibt.

Ulrich Weiß soll 30 Wachskerzen .in die Pfarrkirche Oberhofen tragen. Diese soll er dann abbrennen lassen am Grab des Erschlagenen für Gott und seine Mutter und Jungfrau Maria zum Lob und zu Ehren der Seele des Erschlagenen.

29 Messen und ein Seelenamt sollen gesungen und gelesen werden zum Trost für die erschlagene Seele.

Ulrich Weiß soll ein steinernes Kreuz setzen und machen lassen innerhalb des Etters an einem geeigneten Platz nach dem Vorschlag der Freunde des Erschlagenen. 4 Schuh oberhalb der Erde und drei Schuh breit und weit.

Ulrich Weiß soll einen ewigen Jahrtag stiften mit einer Seelenmesse zum Trost und zur Hilfe für die Seele des Erschlagenen. Ulrich Weiß soll eine Wallfahrt machen .zu Unserer lieben Frauen in Einsiedeln und nach St.Lienhart in Bayern. Von jedem Ort soll er eine schriftliche Bestätigung mitbringen.

Für die Kinder des Erschlagenen soll Ulrich Weiß 29 Pfund Heller übergeben, den Arztlohn und die Verpflegung, die aus Anlaß des Schadens notwendig waren.

Ich, Ulrich Weiß, werde allem nachkommen und alles einhalten. Andernfalls werde ich meineidig und rechtlos. Die Freunde des Erschlagenen dürfen dann mit mir verfahren wie mit einem treulosen Mann.

Es folgen Siegel und Unterschriften unter anderem von Verwandten des Opfers, Bürgen des Täters und verschiedenen Zeugen (Pfleger, Richter, weitere Personen).

7.März 1496 Holzheim

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