Todessturz der Göppinger Amtsleiterin bleibt rätselhaft

Die Ursache des Sturzes der Göppinger Hochbauamtsleiterin Karin Bernartz wird nie geklärt werden. Da es keinen Hinweis auf Fremdverschulden oder Suizid gibt, wird auf eine Obduktion verzichtet.

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    Im Treppenhaus des Technischen Rathauses Göppingen in der Nördlichen Ringstraße stürzte Amtsleiterin Karin Bernartz in den Tod. Foto: 
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    Im Treppenhaus des Technischen Rathauses Göppingen in der Nördlichen Ringstraße stürzte Amtsleiterin Karin Bernartz in den Tod. Foto: 
  • Trauer um die langjährige Leiterin des Göppinger Hochbauamts, Karin Bernartz. 4/4
    Trauer um die langjährige Leiterin des Göppinger Hochbauamts, Karin Bernartz. Foto: 
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Die Ermittler bleiben dabei: Weil es im Falle des tödlichen Sturzes der Göppinger Hochbauamtsleiterin Karin Bernartz am Samstag im Technischen Rathaus „keinerlei Anzeichen auf eine Fremdeinwirkung oder einen Suizid“ gibt, geht die Göppinger Kriminalpolizei weiterhin von einem tragischen Unglücksfall aus. Die Staatsanwaltschaft Ulm hat daraufhin am Montag entschieden, dass der Leichnam der 57-Jährigen nicht obduziert wird. Warum die langjährige Amtsleiterin am Samstag vom vierten Stock des Treppenhauses in die Tiefe stürzte, wird damit wohl nie geklärt werden. Eine Reinigungskraft hatte Karin Bernartz am Samstagnachmittag im ersten Stock des Treppenhauses entdeckt. Der alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die 57-Jährige starb an den massiven Schädelverletzungen, die sie sich beim Aufprall zugezogen hatte.

Am Montag haben die Experten der Spurensicherung der Polizei den Unglücksort erneut in Augenschein genommen. Auch der Rechner in Bernartz’ Büro wurde überprüft. Doch auch im Computer fanden die Ermittler keinerlei Hinweis auf eine Bedrohung oder einen Suizid. Zweifel an einem Unglücksfall machen in der Stadt dennoch die Runde – ungeachtet von Berichten, wonach die Amtsleiterin bereits vergangene Woche unter Schwindel gelitten haben und sich nicht wohl gefühlt haben soll. Karin Bernartz muss am Samstag über das Geländer gekippt und in die Tiefe gefallen sein. Zeugen des Vorfalls gibt es nicht.

OB Till: Treppengeländer entspricht der Normhöhe

Oberbürgermeister Guido Till, der am Samstag über das Unglück informiert worden und ins Technische Rathaus gefahren war, sprach den Angehörigen, insbesondere den beiden 17 und 22 Jahre alten Kindern der Verstorbenen, sein tiefes Mitgefühl aus.

Auf Nachfrage unserer Zeitung betonte Till, das Treppengeländer im Technischen Rathaus entspreche der vorgeschrieben Normhöhe, die zwischen 1,08 und 1,10 Meter liege. Dies sei zum Beispiel auch der Grund, weshalb die Stadt den Turm im Rathaus am Marktplatz nicht für die Öffentlichkeit freigebe. Die Umlaufgitter der Treppe seien dort nämlich nur 78 Zentimeter hoch.

Im Treppenhaus des Technischen Rathauses haben Mitarbeiter am Montag als Zeichen der Trauer eine Kerze aufgestellt. OB Till, der am Morgen die Mitarbeiter über den Todesfall unterrichtet hatte, sagte am Nachmittag: „Ich habe nicht die Erwartung, dass wir zur Tagesordnung übergehen.“

Schon in den vergangenen Monaten hatte es eine gewisse Unruhe in der Bauverwaltung gegeben. Stadtplanerin Eva Noller kehrte Göppingen im Oktober überraschend den Rücken und wurde neue Baubürgermeisterin in Echterdingen. Ende November wählte der Göppinger Gemeinderat die bisherige Ebersbacher Stadtplanerin Susanne Mehlis zu Nollers Nachfolgerin.

Anfang April steht die Neuwahl des Baubürgermeisters an. Amtsinhaber Olav Brinker will seinen Hut zwar wieder in den Ring werfen, Chancen auf eine Fortsetzung seiner Arbeit im Baudezernat werden ihm jedoch nicht eingeräumt. Stattdessen hat der Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau, Umwelt und Verkehr, Helmut Renftle, gute Karten, neuer Baudzernent zu werden.

25 Jahre Einsatz für die Stadt Göppingen

Karin Bernartz hat einen der wichtigsten Bereiche verantwortlich geleitet und in ihren 25 Jahren viele sichtbaren Spuren hinterlassen“, erinnerte OB Till an den Einsatz der gebürtigen Hannoveranerin. „Sie war für die gesamten rund 150 städtischen Gebäude, von den Kindertageseinrichtungen und Schulen über die Rathäuser und Bezirksämter, Feuerwehrhäuser und Museen bis zu den Sport- und Kulturhallen zuständig.“ Trotz meist knapper Finanzmittel habe sie mit Sanierungen ebenso wie mit Neu- und Erweiterungsbauten „zur umfassenden Infrastruktur“ in Göppingen beigetragen. Die wichtigsten Projekte, an denen Bernartz zuletzt arbeitete, waren der Umbau des „Storchen“ und der Neubau des Feuerwehrmagazins in Holzheim. Ende der 90er Jahre hatte die Architektin neben der Leitung des Hochbauamts den damals neu geschaffenen Fachbereich Immobilienwirtschaft übernommen.

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