Tipps für einen gesunden Schlaf

Schäfchen zählen hilft nicht immer, wenn der Schlaf nicht kommen will. Das erste ArztPatienten-Forum in diesem Jahr thematisierte Ursachen von Schlaflosigkeit und zeigte Therapiemöglichkeiten auf.

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Eine Nacht im Schlaflabor kann helfen, eine Diagnose zu stellen. Foto: Archiv

Fast jeder kennt schlaflose Nächte - entsprechend groß war der Andrang beim Arzt-Patienten-Forum, zu dem die Kreisärzteschaft, die Volkshochschule Göppingen und die NWZ in die Göppinger Stadthalle eingeladen hatten. 388 Besucher konnte Dr. Hans-Joachim Dietrich, der Vorsitzende der Ärzteschaft, begrüßen.

In ihrem Vortrag zeigte Sabine Eller zunächst den natürlichen Schlafrhythmus auf. Ihre Empfehlungen an all diejenigen, die unter Schlafstörungen leiden, sind scheinbar einfach. "Achten sie auch Regelmäßigkeiten", sagte die Diplom-Psychologin. "Schonen Sie sich nicht am Tag. Machen Sie sich müde." Und sie rät, nicht mehr am Tag zu schlafen, sondern den Schlafdruck bei Nacht zu verstärken. Sie empfiehlt, Entspannungstechniken zu suchen, die helfen, die täglichen Belastungen nicht zur nächtlichen Bedrohung werden zu lassen. Die Leiterin des Schlaflabors der Schillerhöhe in Gerlingen empfiehlt bei der Einnahme von unterstützenden Medikamenten Vorsicht und in jedem Fall den Rat eines Experten.

"Auch wenn der Schlaf für die meisten etwas Selbstverständliches ist, wissen wir bis heute nicht genau, warum wir schlafen müssen", stellte Dr. Robert Bundt fest. Bekannt sei, dass Schlafmangel zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und Depressionen führe. "Schlafbezogene Störungen, das so genannte Schlafapnoe-Syndrom, sind häufig auftretende Atemstörungen mit Sauerstoffmangelzuständen aufgrund von heftigem Schnarchen", erklärte der Leiter des Schlaflabors im Christophsbad. In der Folge entstehe verstärkt ein hoher Blutdruck, das Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen steige, Schlaganfälle nähmen zu. "Die schlafmedizinische Diagnostik basiert zunächst auf einer Befragung durch den Hausarzt", sagte Dr. Bundt. Das Apnoe-Screening im Schlaflabor könne dann detaillierte Daten liefern.

Zu den Schlafstörungen zählt auch das Schnarchen, das auch für den Partner zum Problem werden kann. Professor Dr. Helmut Steinhardt erläuterte, dass das einfache Schnarchen zwar ungefährlich sei, aber zu einer Belastung werden könne. Der Ärztliche Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Stuttgarter Marienhospitals empfiehlt, am Abend auf Alkohol und Nikotin zu verzichten oder sich einen Tennisball in den Rücken zu binden. Auch eine Gewichtsreduktion könne helfen. "Wenn die einfachen Methoden nicht ausreichen, kann an chirurgische Verfahren wie das Raffen der Gaumenschleimhaut gedacht werden." Bei schnarchenden Kindern helfe es in 90 Prozent aller Fälle, die Mandeln zu entfernen.

Eine Patientin erzählte von psychisch verursachten Schlafstörungen. Eine Therapie, in der zunächst ihre gesamte Situation betrachtet wurde, half ihr, mit den Lebensumständen besser zu Recht zu kommen. Ein guter Schlaf stelle sich dann fast von selbst ein.

Info Beim nächsten Arzt-Patienten-Forum am 15. März geht es um Erkrankungen des Darmes.

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