Tierschutzverein soll neuen Vertrag und Zuschuss von Stadt erhalten

Der Tierschutzverein versorgt gefundene Katzen und Hunde für die Stadt Göppingen. Jetzt soll er einen Zuschuss bekommen und ein neuer Vertrag geschlossen werden.

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Der Tierschutzverein Göppingen versorgt gefundene Katzen und Hunde im Auftrag der Stadt. Dafür soll der Verein jetzt einen Zuschuss erhalten.   Foto: 

Huzo, Dobby, Kioto, Tessa und Trina geht es gut. Sie haben auch bei Kälte ein Dach über dem Kopf, hoffen aber trotzdem auf ein neues Zuhause. Die fünf Katzen leben mit 19 Artgenossen und 24 Hunden im Tierheim im Ödegarten. Nicht alle sind Fundtiere, aber einige wie der schwarze Kater Dobby und die Katze Wasabi schon. Der Unterschied ist wichtig, denn es geht ums Geld. Zunächst einmal um einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro.

Die Versorgung von gefundenen Tieren ist Aufgabe der Stadt. Die Stadt Göppingen betreibt aber kein eigenes Tierheim, sondern lässt die gefundenen Tiere vom Tierschutzverein Göppingen versorgen. Dafür bekommt der Verein Geld von der Stadt, bisher jährlich zehn Prozent des Hundesteueraufkommens. Bis Ende 2016 war das vertraglich geregelt. Zwischen der Stadt und weiteren Kommunen des Landkreises und den Tierschutzvereinen Göppingen, Geislingen/Türkheim und dem Katzenschutz Donzdorf gab es eine Kooperation. Aus dieser Kooperation ist der Göppinger Tierschutzverein Ende 2016 ausgestiegen. Der Grund: „Es gab Differenzen wegen der Anzahl der Fundtiere und keine Transparenz“, sagt Peter Rolf, Vorsitzender des Tierschutzvereins Göppingen. Die meisten Fundtiere im Landkreis landeten im Tierheim im Ödegarten. Nach dem Verteilschlüssel kam aber nicht genug Geld beim Tierheim Göppingen an. Die Verhandlungen mit den anderen Tierschutzvereinen scheiterten, es gab keine belastbaren Zahlen zu den Fundtieren und ihrer Herkunft.

Trotz des Ausstiegs kümmerte sich der Verein weiter um die Fundtiere aus Göppingen. „Jetzt sind Rücklagen und Spenden aufgebraucht“, sagt Peter Rolf, der Verein hat die Stadt um einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro gebeten, auch ein neuer Vertrag zwischen Stadt und Tierschutzverein soll abgeschlossen werden.

Zur vorberatenden Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses hatte Rolf genaue Zahlen dabei, denn die Stadt zahlt nur für Fundtiere aus Göppingen. Im laufenden Jahr kamen bisher 272 Fundtiere ins Tierheim. 114 davon mit Fundort Göppingen, im vergangen Jahr waren es 100. Anders als früher ist die Stadt bereit, künftig für die tatsächlichen Kosten aufzukommen. Berechnungsgrundlage soll immer die Zahl der Fundtiere des vorvergangenen Jahres sein. Danach würde die Stadt im kommenden Jahr 2018 für die Versorgung der 100 Fundtiere aus 2016 genau 69 141 Euro zahlen.

Im Ausschuss stößt Rolf auf offene Ohren. „Ich habe eine hohe Achtung vor der Arbeit des Vereins, von der CDU bekommen sie 110 Prozent Unterstützung“, sagt Stadtrat Felix Gerber (CDU). Auch SPD-Fraktionschef Armin Roos dankt dem Verein für die gute Arbeit. Die FDP/FW-Fraktion „steht voll dahinter“, sagt Jürgen Schaile, Christian Stähle (Linke/Piraten) wünscht sich angesichts des Bauzustands einiger Gebäude auf dem Gelände „für die Zukunft mehr“.

Die Stadt hat ein hohes Interesse an der Arbeit des Vereins und am Abschluss eines neuen Vertrages. Wenn der Verein die Versorgung nicht übernehmen würde, müsste die Stadt selbst eine Aufnahme- und Pflegeeinrichtung für Tiere betreiben. „Das wäre mit Sach- und Personalkosten wirtschaftlich nicht darstellbar“, also schlicht zu teuer, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung.

Im Tierheim im Ödegarten beschäftigt der Tierschutz sechs Vollzeitkräfte und zwei Mini-Jobber. Dazu kümmern sich weitere 50 Personen ehrenamtlich um Tiere und Heim, vom Gassigehen bis zum Rasenmähen. Nur so ist es möglich, dass 365 Tage im Jahr jemand für die Tiere da ist. In der kommenden Woche entscheidet der Gemeinderat über den Zuschuss und den neuen Vertrag.

55 Prozent aller im vergangenen Jahr aufgenommen Tiere waren Fundtiere, im laufenden Jahr liegt der Anteil bei 52 Prozent.

2016 wurden im Tierheim 294 Fundtiere aufgenommen, davon 188 Katzen und 62 Hunde. Im laufenden Jahr sind es bisher 272 Tiere, davon 175 Katzen und 61 Hunde. Damit liegen die Fundtierzahlen etwas höher als die der „Abgabetiere“, die aus den unterschiedlichen Gründen von ihren bisherigen Haltern abgeben werden. 2016 wurden 244 Tiere abgegeben, 2017 waren es bisher 250.

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