Tierschützer wollen mehr Geld

Vor zehn Jahren wurde die Tierschutz-Kooperation im Kreis Göppingen geschlossen. Die Mitgliedsverbände fordern jetzt von den Kommunen einen höheren Anteil am Hundesteueraufkommen.

|

Die Vorstände der drei Tierschutzvereine im Landkreis - Geislingen-Türkheim, Göppingen und der Katzenschutz Donzdorf - trafen sich in Süßen im "Löwen", wo zehn Jahre zuvor die viel beachtete Kooperation der Vereine besiegelt wurde. Gleichwohl hatte man nicht sehr viel Zeit zu feiern, war doch ein strammes Arbeitsprogramm vorgegeben. Auch der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, Herbert Lawo aus Reutlingen, nahm an der Sitzung teil.

Einen Teil der Veranstaltung nahm die Präsentation durch den Sprecher der Kooperation, Carl Friedrich Giese, ein, der unter anderem die Verteilung der Fundtierkostenerstattung innerhalb der Tierschutz-Gemeinschaft erläuterte. Dies war notwendig geworden, weil alle Vorstandsmitglieder aus Geislingen - Jutta Köhler-Tattje, Roland Weida und Schatzmeister Sebastian Drexler - neu in ihre Ämter gewählt worden waren.

Giese erinnerte dann auch an das Entstehen der kreisweiten Kooperation, der einzelne, jedoch für alle Beteiligten unbefriedigende Vereinbarungen mit verschiedenen Gemeinden vorausgegangenen waren. Um zur Unterstützung der Tierheimarbeit mit Fundtieren Geld aus dem Topf der Hundesteuereinnahmen der Gemeinden zu bekommen, waren die Bürgermeister an einer kreisweit einheitlichen Regelung interessiert.

Der Begriff Zusammenarbeit beziehungsweise "Kooperation" fiel erstmalig in einem Gespräch mit Bürgermeister Hans-Peter Zaunseder aus Gammelshausen. Daraufhin fanden etliche Gespräche zwischen Eberhard Neubrand vom Tierschutzverein Göppingen und Carl Friedrich Giese vom Katzenschutz Donzdorf statt, um die Modalitäten einer Zusammenarbeit abzuklären.

Der Donzdorfer Vereinschef arbeitete dann die Verträge aus, zum einen für die Kooperationspartner untereinander und zum andern die Vereinbarungen, die jede Gemeinde einzeln mit der Kooperation abschließen sollte. Anschließend wurden die Papiere mit dem Tierschutzbeauftragten der Kommunen, Bürgermeister Hans-Peter Zaunseder, abgestimmt. Die Verträge präsentierte Zaunseder bei der Bürgermeisterversammlung seinen Kollegen, die großen Wert auf die Zusammenarbeit der einzelnen Tierheime legten und der Vorlage zustimmten. Nicht zugestimmt hatten damals die Bürgermeister dem Wunsch der Tierheime nach einer Beteiligung von 16 Prozent an den Hundesteuereinnahmen. Die Tierschutzvereine erhalten bis heute lediglich zehn Prozent dieser Einnahmen, mit denen - je nach Tierheimstruktur - etwa 30 bis 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Fundtierkosten abgedeckt werden können.

Im den zurückliegenden zehn Jahren hat sich nach Ansicht der Vereinsvertreter die Erkenntnis durchgesetzt, dass es zu der Tierschutz- Kooperation im Landkreis Göppingen keine Alternative gibt, weil keines der Tierheime alleine in der Lage wäre, alle Not leidenden Tiere dieser Region aufzunehmen. Weil die Unterbringung von Fundtieren im Kreis erfolgreich geregelt ist, unternehmen die Organisationen nun den Versuch, an mehr Geld aus dem Hundesteuertopf zu kommen.

An die Bürgermeister und Gemeinderäte appellieren sie den Anteil von zehn Prozent zu erhöhen. Mit den Mehreinnahmen soll der Betrieb der Tierheime abgesichert werden. Bei steigenden Tieraufnahmezahlen und ebenso rasant steigenden Energiekosten und anderen Ausgaben, wäre es nach Ansicht der Tierschutz-Vertreter mehr als eine freundliche Geste, wenn die Kommunen den Tierheimen die schon bei der Gründung gewünschten 16 Prozent nun zugestehen würden.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht stoppt Rachefeldzug gegen ein Eislinger Autohaus

Ein vermeintlich betrogener Kunde startet Kampagne gegen ein Unternehmen und will diese erst gegen eine Geldzahlung beenden. Richterin spricht von Selbstjustiz. weiter lesen