Telekom reißt Hochhaus ab

Das Telekom-Hochhaus im Göppinger Stadtteil Reusch wird abgerissen. Diesen Entschluss des Unternehmens verkündete Oberbürgermeister Guido Till.

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Es ist zwar erst 25 Jahre alt. Dennoch hat die Telekom für das riesige Verwaltungsgebäude im Göppinger Reusch keine Verwendung mehr. Knapp 10 000 Quadratmeter Nutzfläche werden an dem Standort im Müglitzer Weg aufgegeben. Das Hochhaus wird abgebrochen. Statt dessen will die Immobilien-Vermarktungsfirma der Telekom, Corpus Sirio, dort Wohngebäude etablieren. Diese Entscheidung der Telekom verkündete Göppingens Oberbürgermeister Guido Till am Donnerstagabend in der gemeinsamen Sitzung von Verwaltungsausschuss und Technischem Ausschuss.

Das Hochhaus hatte die Telekom aus dem Besitz der Bundespost übernommen, als die Behörde privatisiert wurde. Das Haus werde aber nicht mehr gebraucht. Eine Vermietung sei wegen der besonderen Zuschnitts nicht möglich. Deshalb habe das Unternehmen sich entschlossen, einen Projektentwickler mit der Vermarktung des Areals zu beauftragen.

Das südlich angrenzende Technik-Gebäude in der Immanuel-Hohlbauch-Straße wird allerdings noch bis mindestens 2020 gebraucht, berichtetet der Oberbürgermeister. Es bleibt deshalb im Besitz der Telekom. Die derzeit auf dem Verwaltungsgebäude stehenden Antennen werden aufs Technikgebäude versetzt.

Göppingens Stadtplanerin Eva Noller zeigte im Gremium auf, welche Nutzungsformen auf dem Telekom-Areal künftig möglich wären. "Es kommt nur Wohnen in Frage". Die Telekom brauche deshalb für die Entwicklung des Grundstücks nach dem Hochhaus-Abbruch die Unterstützung des Gemeinderats, denn der Bebauungsplan muss entsprechend geändert werden. Denkbar sei dann Geschosswohnungsbau im westlichen Teil, Reihen- und Einzelhäuser im nördlichen Bereich des Grundstücks. Das Reusch sei schließlich ein beliebtes Wohngebiet. Die Stadträte waren sich einig: Dem Hochhaus mit seiner wenig ansprechenden Standard-Architektur wird niemand nachtrauern. Die Idee, dort Wohnungen zu bauen, fanden die Lokalpolitiker sehr begrüßenswert. Allerdings handelt es sich um eine private Vermarktung. Die städtische Wohnbau (WGG) wird deshalb nicht zum Zug kommen "Die brauchen wir da auch nicht", sagte Stadtrat Joachim Hülscher.

Wie kam es überhaupt dazu, dass die Post dort vor 25 Jahren so einen Klotz in das Wohngebiet stellen konnte, fragte Oberbürgermeister Till und beantwortete die Frage gleich selber. Zu Postzeiten war die Fläche als "Sondergebiet Post" ausgewiesen worden. Somit konnte die damalige Bundesbehörde - ähnlich wie die Bahn - ohne Einflussmöglichkeit der Stadt bauen.

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