Teilnehmer der Schüler-Ingenieur-Akademie konstruieren E-Bobby-Car

Die Schüler-Ingenieur-Akademie der Hochschule Esslingen am Standort Göppingen ist mit einer Abschlussveranstaltung zu Ende gegangen. Konstruiert wurden in diesem Schuljahr drei Elektro-Bobby-Cars.

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Ganz nah an der Praxis sind die Teilnehmer der Schüler-Ingenieur-Akademie, die ein E-Bobby-Car konstruiert haben.  Foto: 

Ein Schuljahr lang haben knapp 50 Oberstufenschüler der Gymnasien in und um Göppingen jeden Freitag getüftelt, geplant und konstruiert. "Wir geben bewusst eine lösbare, aber ergebnisoffene Aufgabe", erklärt Professor Helmut von Eiff von der Hochschule Esslingen in Göppingen. Die Herausforderung für die Teilnehmer der Schüler-Ingenieur-Akadamie (SIA): Aus einem Bobby-Car, dem wohl bekanntesten Kinderfahrzeug, einen Elektroflitzer zu machen, mit dem Kinder fahren können - samt Anhänger mit Solarpanel, damit das Fahrzeug auch geladen werden kann.

Nach Workshops und Informationsveranstaltungen in Teampädagogik, Projektmanagement und in verschiedenen technischen Grundkenntnissen mussten die drei Teams, die als Wettbewerber an den Start gingen, jeweils eigene Konzepte entwickeln. "Darum sind die Ergebnisse auch ganz unterschiedlich", erklärt von Eiff. Das zweiseitige Lastenheft machte es den Teilnehmern der SIA nicht einfach. Maximal sechs Kilometer pro Stunde dürfen die Flitzer fahren und sie müssen einer EU-Spielzeugrichtlinie entsprechen.

Technisch müssen Antrieb und Steuergerät kombiniert werden, auf einen möglichst geringen Energieverbrauch geachtet werden und eine Opasteuerung eingebaut sein, damit das E-Bobby-Car nur dann fährt, wenn ein Erwachsener mit einer Fernbedienung in der Nähe ist, sofern diese Funktion im Moment gewünscht ist. Bei größeren Kindern kann sie abgeschaltet werden.

Die Flitzer brauchen eine Hupe, müssen vorwärts und rückwärts fahren können und ein Fahrer muss bei der Abschlussveranstaltung beweisen, dass man damit auch einparken und Slalom fahren kann - und noch viele Dinge mehr. "Alle drei Teams haben die Aufgaben umgesetzt", zieht Helmut von Eiff bei der Abschlussveranstaltung zum Schuljahresende eine positive Bilanz. Gemeinsam mit Oberstudiendirektorin Martina Wetzel vom Hohenstaufen-Gymnasium - die Schule war in Göppingen einst SIA-Pionier - hat der Professor die Teilnahmezertifikate überreicht.

Die Schüler-Ingenieur-Akademie in Göppingen war eine der ersten und gilt heute als die größte in Baden-Württemberg. Dabei sollen Gymnasiasten der Beruf und die Denkweise eines Ingenieurs näher gebracht werden und so für eine Karriere und ein Studium in diesem Bereich geworben werden. Doch nicht alle Teilnehmer lassen sich während des Projekt dafür begeistern. Genau darum sei die SIA für die Berufsorientierung der jungen Leute aber wichtig, sagt von Eiff.

Die Erfahrung, die die Schüler bei der Erarbeitung der anspruchsvollen Aufgabe haben, sei in jedem Fall einzigartig. Schüler Sebastian Zdzuj, der bei der feierlichen Abschlussveranstaltung eine persönliche Bilanz zieht, ist sich sicher: "Wir würden bei einem weiteren Projekt sicher vieles anders angehen", erklärt er.

"Diese Erfahrungen und kleine Fehler kann man bei der SIA auch machen und diese wollen wir nicht missen", berichtet der Gymnasiast. Man habe einen großen Einblick bekommen, wie die Arbeit in Unternehmen ablaufe und Ingenieure arbeiten. Durch die Kooperation mit Firmen aus der Region, die die Schüler mit Material und der Umsetzung von Konstruktionen unterstützten, gebe es einen besonders tiefen Einblick in die Berufswelt.
 


Vorbild für viele ähnliche Projekte im Land

Vorbild Die Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) wurde im Jahr 2001 aus einer Idee der Hochschule Esslingen, des Hohenstaufen-Gymnasiums und des Verbands der Elektro- und Metallindustrie Südwestmetall ins Leben gerufen. Bis heute gilt das gemeinsame Projekt von Hochschule, Schule und Industrie als Vorbild für viele ähnliche Projekte und andere SIAs in ganz Baden-Württemberg.

Beteiligte In Göppingen sind sieben Unternehmen und alle Gymnasien sowie Gymnasien in Donzdorf und Eislingen mit dabei.

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