Landes-Schulpreis für Teenager aus Syrien

Die junge Syrerin Gabraiela Youssef hat einen Landes-Schulpreis gewonnen.

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Stolz hält Gabraiela Youssef im Hospitalhof in Stuttgart ihre Urkunde in die Kamera. Vor wenigen Wochen ist sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Stuttgart gereist und ist dort mit dem Landespreis für Werkrealschulen des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung Baden-Württemberg der Stiftung Würth ausgezeichnet worden.

„Das freut mich sehr. Ich habe das ganze Jahr viel gelernt, und das ist eine tolle Anerkennung dafür“, sagt die 17-Jährige. Vor drei Jahren erst war sie mit ihrer Familie aus Syrien geflüchtet – ohne jegliche Deutschkenntnisse. Jetzt spricht sie nahezu fließend Deutsch, war Klassenbeste und ist „ein richtiger Star an unserer Schule“, berichtet ihre Lehrerin Birgit Totzauer lachend. Sie hatte ihre Schülerin für den Preis für Werkrealschulen vorgeschlagen. Ausgewählt werden Schülerinnen und Schüler, die in den Wahlpflichtfächern Gesundheit und Soziales, Natur und Technik sowie Wirtschaft und Informationstechnik besonders gute Noten haben. Gabraiela ist in letzterem besonders gut, obwohl sie kaum Computerkenntnisse hatte, bevor sie nach Deutschland kam, erzählt sie.

Die Schülerin bewarb sich mit einem eigenen Text, „in dem ich mein Land vorgestellt habe. Ich wollte zeigen, dass es auch schöne Seiten hat“, betont Gabraiela Youssef. Mit ihrem Text überzeugte sie ihre Lehrerin und die Jury, die sich aus Mitarbeitenden namhafter Unternehmen und der Kirchen zusammensetzt.

Gabraiela und ihre Familie waren als Christen in Syrien nicht mehr sicher. Sie flohen. Zunächst besuchte die Jugendliche die Vorbereitungsklasse an der Walther-Hensel-Schule und „hat sehr schnell Deutsch gelernt und sich in die Schule eingebracht“, erinnert sich Birgit Totzauer. So hat sie auch jetzt den Schulsozialpreis erhalten. „Wenn es notwendig ist, übersetze ich für Eltern und Schülern vom Arabischen ins Deutsche“, berichtet sie. Das wird sie auch in Zukunft tun – auch wenn sie nicht mehr Schülerin der Göppinger Schule ist. „Ich bin weiter für die Schule da. Sie hat so viel für mich getan. Da möchte ich etwas zurückgeben“, bekräftigt der sympathische Teenager.

Mit einem Notendurchschnitt von 1,4 wird sie an das Technische Gymnasium wechseln und hat bereits ganz konkrete Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. „Ich werde Abitur machen und Architektur studieren.“ Ihr entschlossener Blick lässt daran keinen Zweifel aufkommen. Bei allem Ehrgeiz – ihre Interessen unterscheiden sich nicht von denen Gleichaltriger. „Ich male gerne und habe an meiner Schule in Syrien Basketball gespielt. Das will ich vielleicht wieder anfangen.“ Und dann ist da noch das Smartphone, ihr unverzichtbarer Begleiter im Kontakt mit ihren Freundinnen.

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