Tauziehen um Brandbrache

Was wird aus dem Gelände der niedergebrannten Lebenshilfe-Werkstatt in Holzheim? Die Freien Wähler schlagen vor, ein Feuerwehrhaus zu bauen.

|

Gut eineinhalb Jahre liegt das Grundstück am Ortseingang von Holzheim brach. Jetzt flammt die Debatte um die Zukunft des städtischen Areals auf. Dort, wo einst die Wiege des Werner-Heisenberg-Gymnasiums lag und sich in den Achtzigerjahren eine Behindertenwerkstatt der Lebenshilfe niedergelassen hatte, tobte im Juni 2010 ein verheerender Brand, der die Gebäude völlig zerstörte. Für die Lebenshilfe-Werkstatt hatte die Stadt schnell Ersatz in der leer stehenden Waldeckschule in Jebenhausen gefunden. Jetzt beantragt die Fraktion der Freien Wähler/VUB im Gemeinderat, am alten Standort in Holzheim möglichst bald ein neues Feuerwehrhaus und einen neuen Bauhof-Standort zu errichten. Nach Ansicht der Freien Wähler besteht nämlich die Gefahr, dass die Stadt die Entschädigung der Versicherung in Höhe von 1,2 Millionen Euro riskiert, wenn auf dem Brandgelände nicht bald neu gebaut wird. Das habe der aktuelle Bericht des Rechnungsprüfungsamtes ans Licht gebracht.

Die Holzheimer Feuerwehr und der Bauhof brauchen neue Räume, die können auf der Brache Platz finden und aus der Entschädigung bezahlt werden, finden die Freien Wähler. Das eröffne auch die Chance, wie versprochen das Umfeld des Holzheimer Bezirksamtes, wo Bauhof und Feuerwehr derzeit in beengten Verhältnissen angesiedelt sind, neu zu ordnen. Jedenfalls solle das Geld in Holzheim bleiben.

Die Stadtverwaltung reagiert zurückhaltend. Man verfolge eine andere Zielrichtung, sagte Pressesprecher Olaf Hinrichsen. Tatsächlich habe die Versicherung bereits 712 000 Euro für den Verlust der Werkstattgebäude ausbezahlt. Der Restzeitwert der Anlage sei mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt worden. Derzeit seien Verhandlungen mit der Versicherung im Gange. Ziel der Stadt sei es, die Versicherungssumme dafür einzusetzen, die Waldeckschule in Jebenhausen an die Bedürfnisse eines Werkstattbetriebes anzupassen. So könne der Standort in Jebenhausen, an dem sich die Lebenshilfe wohl fühle, langfristig gesichert werden. Der Mietvertrag läuft ohnehin noch knapp sieben Jahre. Eine Einigung mit der Versicherung, das Geld für die Werkstatt an einer anderen Stelle zu verwenden, sei aber noch nicht erzielt worden.

Laut Hinrichsen hege die Stadt für das Gelände an der Wielandstraße in Holzheim "unterschiedliche Überlegungen, die aber noch nicht spruchreif sind".

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stimmabgabe ist jetzt schon möglich

Etwa 179.000 Kreisbewohner sind am 24. September wahlberechtigt. Die Stimmzettel sind bereits an die Kommunen gegangen. weiter lesen