Tausende bestaunen buntes Spektakel des Maientagsumzugs

Bei strahlendem Sommerwetter haben Tausende Besucher am Samstag den Festzug durch die Göppinger Innenstadt bewundert. Dessen neue Route kam gut an.

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Dieses Jahr fand der Maientagsumzug durch die Göppinger Innenstadt bei Kaiserwetter statt.  Foto: 

Diese Entscheidung dürfte dem Maientagskomitee leicht gefallen sein: Diesmal, so die einhellige Meinung der städtischen Würdenträger am Samstagmorgen, würde der historische Maientagsumzug stattfinden – schließlich hatten Meteorologen im Vorhinein sommerliches Wetter und heiße Temperaturen vorhergesagt. Nicht wenigen schien es gar, als habe das prächtige Maientags-Wetter den regenbedingten Ausfall des letztjährigen Festzuges wiedergutmachen wollen. Wo zwölf Monate zuvor traurige Gesichter und durchnässte Kostüme den wegen Starkregens abgesagten Umzug bedauert hatten, strahlten diesmal die Gesichter von Darstellern und Besuchern umso leuchtender.

Dazu gab es auch allen Grund: Beste Laune und ungetrübter Sonnenschein sorgten für ideale Bedingungen, um die vielfältige und bunte Göppinger Stadtgeschichte beim alljährlichen Höhepunkt im Festkalender der Hohenstaufenstadt zu feiern. Und so verwundert es nicht, dass bereits Stunden vor der Maientagsrede von Oberbürgermeister Guido Till und dem Beginn des großen Festzuges durch die Innenstadt die ersten Besucher die Göppinger Straßen säumten. Denn das eigentliche Startsignal für den Fest- und Friedenstag war pünktlich um sieben Uhr morgens beim traditionellen Turmblasen vom Rathaus ertönt.

Der Höhepunkt des Göppinger Maientags, der zu den ältesten Heimatfesten Süddeutschlands zählt und dessen Tradition über drei Jahrhunderte zurückreicht, war auch in diesem Jahr der samstägliche Festzug. „Der liebe Gott hat uns heute Morgen das schönste Kaiserwetter beschert“, freute sich OB Till – und mit ihm die ganze Stadt. Zu Tausenden verfolgten die Besucher das bunte Spektakel. Über 50 Gruppen aus Vereinen, Verbänden, Musikkapellen und aus den Partnerstädten brachten ihre kreativen, bunten und historischen Motive in den Umzug ein.

Auch knapp 400 Schüler aus zwölf Göppinger Schulen mischten mit und bildeten in liebevoll genähten Kostümen historische Persönlichkeiten der Stadtgeschichte ab – von Prinzessinnen über Ritter bis hin zu den Handballern von Frisch-Auf blieb kein Teil der Göppinger Geschichte außen vor. Neben den Schulklassen waren über 2000 junge Menschen aus den Vereinen mit ihren Gruppen vertreten – und unterstrichen dadurch den Charakter des Umzuges als Fest für Jung und Alt.

„Verlauft euch nicht“, hatte Moderator Thomas Kießling den Gruppen mit Blick auf eine diesjährige Neuerung mit auf den Weg gegeben. Denn erstmals führte die Umzugsroute über den neugestalteten Schlossplatz, was den zahlreichen Historien-Darstellern ein authentischeres Ambiente bescherte. Ohnedies erwies sich die neue Route über den Schlossplatz als Besuchermagnet: Viele Zuschauer nutzten die neue Perspektive und belegten Plätze rund um das Stadtschloss. Über die gesamte Route konnten sich die Umzugsgruppen ihres Applauses sicher sein.

Dabei galt: Je kreativer die Motive, desto lauter das Klatschen und die Zurufe der Zuschauer. Beliebt schienen besonders die Beiträge der Göppinger Schulen – wenn etwa die verkleideten Fehlerteufel, Leseratten und Rechenfüchse der Janusz-Korczak-Grundschule angelaufen kamen, konnten sie sämtliche Zuschauer schnell für sich gewinnen. „Bei den Schulen heißt es immer kräftig klatschen, bei den Musikkapellen kräftig mitklatschen“, betonten die Moderatoren Renate Barnert und Thomas Kießling.

„Vielfalt gewinnt“ schrieben sich die Schüler der Pestalozzi-Schule auf die Fahne und schmückten ihren Weg mit zahllosen bunten Luftballons. Sportlich ging es derweil bei den Schülern der Hermann-Hesse-Realschule zu, die den Umzug mit Tanz und Ballsport zum Sportfest avancieren ließen. Über die vielen Trachten, Kostüme und Motive hinaus gab es zahlreiche weitere Hingucker. Von geschmückten Autos bis hin zu Kutschen und Reiterstaffeln kam jeder Zuschauer auf seine Kosten.

Erstmals nahmen auch Flüchtlinge aus einer Vorbereitungsklasse am Umzug teil. „Wir wollen den weltoffenen Geist in unserer Stadt erhalten“, sagte Oberbürgermeister Till in seiner Maientagsrede und unterstrich die Bedeutung des historischen Friedensfestes für die heutige Zeit. „In Göppingen leben Menschen aus so vielen Ländern und Kulturen, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt, als friedlich miteinander zu leben.“ Wie bunt und lebensfroh dieses Miteinander in der Hohenstaufenstadt aussehen kann, das hat der diesjährige Festzug eindrucksvoll bewiesen.

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