Tarifabschluss kostet die Kliniken Millionen

Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst kommt die Kommunen teuer zu stehen. Hart trifft er die Kreiskliniken - mit Mehrkosten von 3,64 Millionen Euro.

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Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst hat bei den Beschäftigten in Kliniken, Kindertagesstätten, Bauhöfen und Verwaltungen für zufriedene Gesichter gesorgt. Den Kämmerern hat die Einigung aber auch ein paar Sorgenfalten auf die Stirn gezeichnet, denn die Kommunen und der Landkreis müssen das unerwartet hohe Lohnplus bezahlen. Ebersbachs Kämmerer Helmut Roth kann zwar noch keine endgültigen Zahlen nennen, sicher ist aber, dass die Stadt in diesem Jahr beim Personal nachfinanzieren muss. Denn: "Wir haben nicht mit solchen Abschlüssen gerechnet. Das ist schon deftig". Die Stadt habe seit 2010 mit einem Haushaltskonsolidierungspaket einiges eingespart. Das gehe durch diesen Abschluss wieder verloren. Auch die Zuführungsrate werde schmelzen, prophezeit Roth.

Göppingens Kämmerer Rudolf Hollnaicher räumt ein, die Stadt habe die Gehaltszuwächse in dieser Höhe nicht richtig eingeschätzt. 2,6 Prozent seien für 2012 veranschlagt gewesen, nun seien es effektiv drei Prozent im laufenden Jahr. Deshalb müssen etwa 100 000 Euro nachfinanziert werden. "Davon bricht uns der Haushalt nicht weg". Allerdings weist Hollnaicher darauf hin, dass dieser Abschluss vor allem für die kommenden Jahre eine Bürde sei. "Die Personalkosten steigen stärker, als wir dachten". Das werde sich auch auf die Gebühren auswirken, sagt der Göppinger Kämmerer.

Auch Walter Benkelmann von der Kämmerei der Stadt Eislingen bereitet Sorge, dass der Lohnabschluss sich jeweils mit deutlichem Zuwachs auf die Folgejahre auswirkt. Die Stadt mit etwa 160 Beschäftigten müsse in diesem Jahr 70 000 Euro, im nächsten Jahr aber schon 110 000 Euro nachfinanzieren. Geislingens Stadtkämmerer Bernd Pawlak kommt sogar auf eine dreiviertel Million Euro Mehrkosten im Jahr 2014, also im ersten Jahr, in dem alle Tarifstufen volle zwölf Monate greifen. Dabei sind die Beamten noch nicht eingerechnet. Bei denen wird mit einem ähnlichen Abschluss gerechnet, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung.

Kreiskämmerer Günter Stolz berichtet von ungedeckten Mehrkosten von 180 000 Euro in diesem und 250 00 Euro im kommenden Jahr. Mit voller Breitseite werden die ohnehin defizitären Kreiskliniken - die Helfenstein Klinik in Geislingen und die Klinik am Eichert in Göppingen - mit ihren insgesamt 1730 Stellen getroffen. Krankenhäuser sind extrem personalintensiv. Die Personalkostenquote der Kreiskliniken am Umsatz im Jahr 2012 von 146 Millionen Euro beträgt 74 Prozent, also 108 Millionen Euro. Zusätzlich zu den Tarifsteigerungen für die nichtärztlichen Beschäftigten greift eine Tariferhöhung für Ärzte. Beides kostet die Kliniken satte 3,64 Millionen Euro mehr - allein in diesem Jahr. Auch der kaufmännische Direktor Wolfgang Schmid hat vorgesorgt und bereits drei Millionen Euro mehr eingeplant. Unterm Strich reißt das aber ein Loch von 2,24 Millionen Euro in die Bilanz.

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