Tagesmütter-Modell für drei Gemeinden

Die Partner sind im Boot: Wiesensteig, Mühlhausen und Gruibingen wollen eine Tagesmütterbetreuung für Kleinkinder in Mühlhausen gründen.

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Wiesensteig und Mühlhausen haben schon Zustimmung signalisiert, jetzt will sich auch Gruibingen beteiligen. Der Hintergrund: Ab August 2013 müssen Gemeinden ausreichend Plätze für die Kleinkindbetreuung bieten, eine Möglichkeit ist die Betreuung durch Tagesmütter. Gefordert sei eine Betreuung vom ersten Geburtstag an, erklärte Gruibingens Bürgermeister Roland Schweikert jetzt im Gemeinderat. Im Kindergarten "Schneckenhäusle" werden bereits fünf Plätze für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr angeboten, die derzeit auch belegt sind. Ergänzend gebe es die Möglichkeit einer Betreuung durch Tagesmütter.

Das Konzept sieht vor, dass die Erzieherin und ausgebildete Tagesmutter Sabine Söll gemeinsam mit zwei weiteren Tagesmüttern eine professionelle Kindertagespflege für alle drei Gemeinden in einem Gebäude neben ihrem Wohnhaus in Mühlhausen anbietet. "Neben den festen Kernzeiten wird es für die Eltern auch möglich sein, je nach Bedarf individuelle Betreuungszeiten mit uns zu vereinbaren", erklärte Söll, die dem Gremium gemeinsam mit Bettina Bechtold-Schroff vom Tagesmütterverein Göppingen das Betreuungskonzept vorstellte. Die Betreuung soll sich dabei an der Kleinkind-Pädagogik von Emmi Pikler orientieren und auf einer "beziehungsvollen Pflege", einer "selbst bestimmten Bewegungsentwicklung", körperlicher Gesundheit, selbstständigen Aktivitäten und einem "achtsamen Umgang" beruhen. Bei insgesamt zwölf angebotenen Betreuungsplätzen stehen jeder der beteiligten Kommunen vier Plätze zur Verfügung.

Die bisherige U3-Betreuung im Kindergarten soll parallel zu diesem Angebot weiterhin bestehen bleiben, betonte der Gruibinger Schultes.

Die gemeinsame Tagespflege sei eine auf Dauer sehr gute, qualifizierte und auch kostengünstige Alternative zur Ergänzung des bestehenden Betreuungsangebots, urteilte das Gruibinger Ratsgremium. Wollte die Gemeinde das bestehende Betreuungsangebot im Kindergarten erweitern, so wären mehr Platz und mehr Personal nötig. Bei der nun angestrebten Lösung belaufen sich die jährlichen betreuungsunabhängigen Fixkosten für die Räumlichkeiten und auch die Sozialversicherungen auf 6040 Euro pro Gemeinde. Hinzu kämen Kosten, die abhängig von der tatsächlichen Betreuungszeit pro in Anspruch genommenen Platz tatsächlich anfallen: Ein Baustein ist dabei die Aufstockung des Betreuungsentgelts für die Tagesmütter von 3,90 Euro um 1,10 Euro durch die Gemeinden. Hinzu kommt noch ein Eltern-Zuschuss der Gemeinden. Wenn sie ihr Kind zu den Tagesmüttern geben, weil der Kindergarten in ihrer Gemeinde dieses Kind gar nicht betreuen könnte, sollen sie finanziell nicht stärker belastet werden als Eltern, bei denen es eine Kleinkindbetreuung im Kindergarten am Ort gibt.

Ausgehend von 20 Betreuungsstunden pro Woche und Kind würden damit jährlich rund 19 500 Euro je Gemeinde anfallen. Nach Beschluss des Gemeinderates wird sich Gruibingen an dem Konzept beteiligen. Es soll demnächst noch weiter ausgearbeitet werden.

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