Swing Dance Orchestra eröffnet Sommerfestival

Für einen fulminanten Auftakt des diesjährigen Sommerfestivals auf Schloss Filseck sorgten Andrej Hermlin und sein Swing Dance Orchester.

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Mit den Worten „Haben Sie sich gut unterhalten?“ verabschiedete sich Andrej Hermlin von seinem Publikum. Auch wenn die Auftaktveranstaltung des Sommerfestivals witterungsbedingt vom Innenhof des Schlosses Filseck mit seinem herrlichen Ambiente in die mit einer eher architektonischen Nüchternheit einhergehenden Bürenhalle verlegt wurde, tat dies der prächtig-ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch: Die Besucher waren vom musikalisch Gebotenen von Beginn an hellauf begeistert und beantworteten die Frage des Bandleaders mit einem stürmischen, nicht enden wollenden Applaus.

„Swingin‘ Hollywood“ lautet das Motto des Abends, und unterstützt vom Gesangsquintett The Skylarks beinhaltet das Repertoire des Swing Dance Orchestra denn auch vorwiegend Melodien aus bekannten Filmen der 1930er und 1940er Jahre. Unüberhörbar hat sich Andrej Hermlin dabei von Benny Goodman inspirieren lassen, kommt doch in fast all den gespielten Arrangements die elegante Klarheit von Goodmans Spielweise wunderbar zum Tragen. Und bereits beim ersten Stück, dem „Hooray for Hollywood“, ließ die Band erahnen, dass sie den Swing ganz im Sinne des großen Meisters bestens in Töne zu setzen versteht.

Als wäre ihm der Swing in die Wiege gelegt

Doch das Orchester ist nicht nur mit vorzüglichen Musikern besetzt, es kann zudem auch mit einer wunderbaren Solosängerin aufwarten: Bettina Labenau. Bei all den vorgetragenen Songs, egal ob „Why don’t you like me“, dem Casablanca-Hit „As time goes by“, „I found my yellow basket“ oder “Tea for two“ schwingen erkennbar bei fast jedem Ton viel Gefühl und Leidenschaft mit, wobei freilich auch die begleitend zur Seite stehenden „Skylarks“ vor Sangesfreude nur so sprühten.

Zumindest die Herzen der anwesenden Damen eroberte im Sturm David Hermlin, der 15-jährige Sohn des Bandleaders. Scheinbar mühelos-locker legt dieser eine Fred-Astaire-Steppnummer hin, gibt sich gestenreich in Michael-Jackson-Manier und intoniert aus „Singin‘ in the rain“ das „Good morning“ so, als wäre der Swing ihm in die Wiege gelegt worden. Dabei geht dieser junge, sympathische Schlaks bereits mit einer fast schon unverschämt-sicheren Coolness an die Stücke heran, dass selbst der Papa neidisch einwirft: „Demnächst übernimmt der den Laden noch ganz.“

Dem Orchester ging der Ruf voraus, Deutschlands derzeit beste Swingband zu sein. Und allein schon bei den Stücken „Over the rainbow“, „Ship ahoy“, „Trumpet blues“ oder dem „Chattanooga choo choo“ gab’s kein Argument, diesen Ruf groß in Frage zu stellen. Herrlich die „schreienden“ Trompeteneinlagen, die grandiosen Klarinetten-, Saxofon und Schlagzeugsoli, diese lyrischen, fast schon sentimentalen Melodienbögen mit ihrem weich-federnden Sound, den die Bläsergruppe auf voluminöse Art auch schon mal mit harten Rhythmen zu durchbrechen vermochte.

Jubelrufe, Standing Ovations und der Swing-Klassiker „In the mood“ als letzte Zugabe beendeten einen grandiosen Auftakt des 22. Sommerfestivals.

Rund ums Konzert: Zeitgeschehen und Regengüsse

Gedenken Zu Beginn des Konzertes bat Landrat Edgar Wolff die Besucher, sich von den Plätzen zu erheben und der Opfer des furchtbaren Amoklaufs von München zu gedenken. Wolff weiter: „Wir lassen uns dadurch unsere freiheitlichen Werte weder verändern noch beeinträchtigen“.

Wetter Johann H. Pfeifer, Vorsitzender des Vereins „Musik auf Schloss Filseck“ im Rahmen seiner Begrüßung: „Wenn wir Glück haben, spielt ja das Orchester ‚Singin‘ in the rain‘ und es wird in Strömen regnen“. Zu diesem Zeitpunkt schien nämlich noch die Sonne. Doch die Band kam seinem Wunsch gerne nach, spielte das Stück und siehe da: Kurz danach öffnete der Himmel auch seine Schleusen.

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Musik auf Schloss Filseck

Zehn Konzerte bot das Sommerfestival Musik auf Schloss Filseck vom 23. Juli bis 31. Juli.

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