Suchtprävention für Göppinger Schüler

Unter dem Motto "Klar sehen - nichts vernebeln" veranstaltete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Freihofgymnasium eine Kampagne zur Tabak- und Alkoholprävention. Es gab viel auszuprobieren.

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Alles klar? Der Mitmachparcours im Freihof-Gymnasium macht den Schülern sichtlich Spaß. Zwei Tage lang ging es dort in einer Veranstaltung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung um Suchtprävention.  Foto: 

Nach Sportunterricht sah es am Donnerstag in der Turnhalle des Freihofgymnasiums nicht aus. Statt gewichtiger Sportgeräte waren in der Halle mehrere Stationen mit Bannern und Plakataufstellern verteilt. An einer gab es überdimensionale Zigaretten und einen Geldteppich, an der nächsten ging es um alkoholische Getränke.

"Hoppla" entfährt es einem der eingeladenen Schüler, der mit einer Alkoholbrille auf der Nase armerudernd an einer roten Linie entlangtänzelt. 1,5 Promille Alkohol soll die Brille mit den geriffelten Gläsern simulieren. Geradeaus Laufen wird damit zum Kunststück. Immer wieder sorgen torkelnde Fehltritte für Gelächter bei den Umstehenden - bis sie selbst an der Reihe sind.

Nicht Leibesertüchtigung, sondern Suchtprävention war das Thema der zweitägigen Aktion, für die Günter Roos, Rektor des Freihofgymnasiums, seine Sporthalle zur Verfügung stellte. Insgesamt 300 Schüler aus vier Göppinger Schulen - Freihofgymnasium, Uhland-Realschule, Pestalozzischule und Kaufmännische Schule - durften an einer der fünf 90-minütigen Veranstaltungen teilnehmen.

"Alkohol und Zigaretten sind bei Jugendlichen Probleme, die dringend thematisiert werden müssen", erklärte Aktionsleiter Peter Frech. Auch wenn die Anzahl der jugendlichen Raucher und Flatrate-Säufer in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist, seien zwölf beziehungsweise 16 Prozent immer noch erschreckend hohe Zahlen. Doch nicht nur mit Zahlen, sondern vor allem mit Wirkungen zielt die Veranstaltung darauf ab, die Schüler aufzuklären über die kurz- und langfristigen Folgen von Alkoholkonsum und Rauchen. An einer der Stationen müssen die Schüler Alkoholmengen zuordnen. "Dass ein Gläschen Schnaps sechs Gramm Alkohol, ein Glas Bier dagegen zwölf und ein Glas Wein sogar 18 Gramm enthält, errät meist niemand", sagt Frech.

Hassan Abou-Elsoud, Neuntklässler der Uhland-Realschule, ist erstaunt: "Erschreckend, wie viele Krankheiten aus Alkohol- und Zigarettenkonsum entstehen." Sein Mitschüler Marvin Peter steht kopfschüttelnd daneben: "Eine Kaffeetasse voll Teer zieht sich ein durchschnittlicher Raucher pro Jahr in die Lunge." Zudem gingen dabei etwa 2000 Euro in Rauch auf. Sema Tufan und Jessica Lutz von der Pestalozzischule haben den meisten Spaß an der Alkoholbrille. "Wir wussten gar nicht, wie Alkohol wirkt. Aber jetzt können wir alle nur davor warnen, zu viel zu trinken."

Eine Talkshow mit einem fiktiven "Problemfall" sowie eine Station, an der die Schüler die Tricks und Manipulationen der Werbeindustrie zu durchschauen lernen, gehören ebenso zum Klarsicht-Parcours.

Den ganzen Parcours in Kofferformat hat Helena Schniepp, Beauftragte für Suchtprophylaxe im Kreis Göppingen, bereitstehen zum Verleihen: "Wer eine solche Veranstaltung im Kleinformat, sprich: Schulklasse, Jugendgruppe oder Ähnliches, plant, kann sich den Koffer bei mir ausleihen und bekommt vorher eine kleine Einführung von mir."

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