Sturm wirbelt Landkreis auf

Das Sturmtief „Niklas“ hat am Dienstag auch im Kreis Göppingen für einige Schäden gesorgt. Dachziegel, Schilder, Autos und ganze stählerne Container wurden vom Winde verweht. Meist lief es glimpflich ab.

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  • Beim Göppinger Baumarkt Toom zeigte der Sturm seine Kräfte. Ein Stapel schwerer Schiffscontainer stürzte um. 1/3
    Beim Göppinger Baumarkt Toom zeigte der Sturm seine Kräfte. Ein Stapel schwerer Schiffscontainer stürzte um. Foto: 
  • Beim Göppinger Baumarkt Toom zeigte der Sturm seine Kräfte. Ein Stapel schwerer Schiffscontainer stürzte um. 2/3
    Beim Göppinger Baumarkt Toom zeigte der Sturm seine Kräfte. Ein Stapel schwerer Schiffscontainer stürzte um. Foto: 
  • Spaziergänger kämpften dann und wann mit den Böen. 3/3
    Spaziergänger kämpften dann und wann mit den Böen. Foto: 
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Der Frühlingssturm Niklas hielt im Landkreis Göppingen die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr auf Trab. Das Sturmtief fegte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde über Göppingen hinweg. In Eislingen maß der Wetterstation-Betreiber Hans Juchert die stärkste Böe um 12.34 Uhr mit 84 Kilometer pro Stunde. Auf der Alb war es noch heftiger: Die um 12.37 Uhr gemessene Höchstgeschwindigkeit bei der Wetterstation Stötten betrug laut dem Wetterexperten Erich Schmidt sogar 137 Kilometer pro Stunde.

Bei der Polizei glühten die Telefondrähte. „Es ging richtig rund“, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm am späten Nachmittag. Auf der Straße zwischen Jebenhausen und Bezgenriet wurde ein Pritschenwagen von der Straße geweht. Der Transporter war gegen 12.30 Uhr von einer Windböe erfasst worden. Das Fahrzeug kam von der Straße ab und kippte auf die Seite. Dabei wurde der 56-jährige Fahrer verletzt. Die Feuerwehr rückte zur Bergung an. Die Straße musste für eine dreiviertel Stunde gesperrt werden. Der Schaden beträgt etwa 10.000 Euro.

„Niklas“ hinterließ auch beim Baumarkt Toom in der Heininger Straße einen stürmischen Gruß. Stählerne Schiffscontainer, die mit einem Banner bespannt und aufgestapelt auf dem Nachbargrundstück neben dem Gartencenter standen, kippten durch den Sturm um und krachten gegen die Wand des Gartencenters. Der Gebäudeteil musste gesperrt werden, weil sich Risse in der Wand bildeten, berichtete Elmer Kosic von Toom. Der Schaden sei noch nicht absehbar.

Auch die Telefone der Feuerwehr waren gut belegt. Dutzende Meldungen gingen ein, wobei es innerhalb einzelner Ortschaften gleich mehrere Male zum Einsatz kam, berichtet Robert Scheel, Leiter der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rotem Kreuz in Göppingen.

Die Feuerwehren kämpften vor allem mit umgestürzten oder gekippten Bäumen. Gleich mehrere Stämme waren auf die Allee zwischen Böhmenkirch und Bartholomä gekippt. Auch zwischen Birenbach und Rechberghausen musste die Feuerwehr anrücken, weil Bäume auf die Bundesstraße 297 zu kippen drohten. „In einem Neubaugebiet drohte ein Baum auf eine neue Garage zu stürzten. Ebenso wurden einem Haus in Salach ein paar Dachplatten vom Sturm weggetragen“, berichtet Scheel.

Vom Winde verweht wurden auch mehrere Werbetafeln. So berichtete die Polizei beispielsweise aus Bad Überkingen, dass eine Werbeanlage auf ein parkendes Auto kippte. Schaden: 4000 Euro. Auch in Eislingen wurde in der Ulmer Straße eine Werbetafel vom Sturm umgerissen. Außerdem mussten nach Angaben der Polizei mehrere umgestürzte Baugerüste wieder aufgerichtet werden, beispielsweise in der Schumannstraße in Göppingen. Der Sturm war so stark, dass er in Gingen in der Brückenstraße auch eine Ampelanlage drehte. Sie zeigte anschließend in die falsche Richtung. Bis zum frühen Abend meldete die Polizei von diesen Zwischenfällen aber keine Verletzten.

Die Unwetterwarnungen nahmen viele Menschen in Landkreis ernst und waren vorsichtig: „Den ganzen Tag über ist mir in dem sonst gut besuchten Wald in Eckwälden kein einziger Spaziergänger begegnet“, berichtet beispielsweise Förster Martin Gerspacher aus dem Bad Boller Forstrevier. Das hatte gute Gründe, denn bedenklich starke Böen rissen immer wieder Äste mit sich und entwurzelten sogar Bäume. Auch die Holzfällerarbeiten wurden vorübergehend eingestellt. Auf der Bahnstrecke im Filstal kam es vor allem im Fernverkehr zu starken Verspätungen. Einige Züge fielen komplett aus.

Die Wetterwarte Stötten machte aber Hoffnungen, dass sich der Sturm heute abschwächt. Dafür komme starke Bewölkung und Regen. Für Ostern sind die Aussichten wenig frühlingshaft: Die Meteorologen sagen vorher, dass dem Orkantief ein Temperatursturz folgt.

Keine Spuren hinterließ Niklas derweil im Raum Geislingen.
 

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