Streit um die Zahlung einer Kfz-Reparatur

Die Reparaturen einer Kfz-Werkstatt hätten nichts gebracht, deshalb würden sie auch nicht zahlen, so die Besitzer einer A-Klasse. Dem widersprach jetzt ein Kfz-Sachverständiger vor dem Amtsgericht.

|

Rund 3700 Euro fordert eine Kfz-Werkstatt aus dem Voralbgebiet von einer Frau aus dem Kreis Göppingen. Diese hatte 2011 ihre damals schon über zehn Jahre alte Mercedes A-Klasse dort in Reparatur gegeben. Doch die Frau zahlte nicht mit der Begründung: Die Reparaturen in der KFZ-Werkstatt hätten nichts gebracht. Zudem hätte eine viel günstigere Reparatur, nämlich der Austausch des Luftmassenmessers, erst das gewünschte Ergebnis gebracht. Diese Reparatur hatte sie später in einer anderen Werkstatt machen lassen.

Und so wurde am Mittwoch das Zivilverfahren auf Zahlung des Betrages vor dem Amtsgericht Göppingen fortgesetzt. Zuvor war der Versuch einer gütlichen Einigung fehlgeschlagen, so dass mehrere Zeugen und ein Kfz-Sachverständiger von Richter Gunther Weber gehört wurden.

Zum Hintergrund: Seit 2010 waren die Frau und ihr Ehemann mehrmals wegen unterschiedlicher Probleme an der A-Klasse bei einer Mercedes-Werkstatt gewesen. Unter anderem funktionierte wohl das Automatik-Getriebe nicht richtig, beim Schalten schlug das Getriebe hart und beim Anhalten beispielsweise an Ampeln ruckelte das Auto beim automatischen Zurückschalten. Nachdem dort Fehlerdiagnosen elektronisch ausgelesen wurden, empfahl man den Eheleuten, das Getriebe auszutauschen. Kosten: mehrere tausend Euro.

Doch das wollten diese nicht und gingen zu der freien Kfz-Werkstatt ins Voralbgebiet, die jetzt auf Zahlung geklagt hat. Nachdem auch dort elektronisch der Fehlercode ausgelesen worden war, meinte man, dass der Fehler am Getriebesteuergerät liegen könnte und dass dieses ausgetauscht werden sollte. Ob die Mängel dadurch zu 100 Prozent behoben werden könnten, sei aber nicht eindeutig, das habe er auch den Beklagten erklärt, sagte der Kläger am Mittwoch vor Gericht.

Besagtes Getriebesteuergerät wurde ausgetauscht, doch auch danach seien die Mängel noch aufgetreten, so der Ehemann der Beklagten. Also wurde weiter getestet und nach Ursachen geforscht und das Getriebe zu einer Fachfirma geschickt. Diese tauschte noch eine Kupplung in dem Getriebe gegen eine neuere Variante aus, da dies der Hersteller empfohlen habe. Das harte Schlagen des Getriebes sei durch die Reparaturen behoben worden, so die Fachfirma und der Kläger. Das Ruckeln beim Anhalten hingegen nicht.

Später, nachdem die Beklagten nach wie vor nicht zufrieden waren, wurde bei der Fachfirma noch einmal das Auto auf Fehler am Getriebe getestet, aber keine gefunden. Einige Monate danach ließ der Ehemann der Beklagten in einer anderen Werkstatt den Luftmassenmesser austauschen, dass Problem sei damit behoben gewesen, so der 62-Jährige.

Das stimme nicht, sagte der vom Gericht bestellte Kfz-Sachverständige in seinem Gutachten. Das Ruckeln trete beim Schalten weiterhin auf. Zudem habe die Kfz-Werkstatt "nicht ins Blaue hinein repariert". Sie habe vielmehr fachlich und wirtschaftlich die richtigen Schritte unternommen und somit keine "Schlechtleistung" erbracht. Auch die verlangten Preise für die Reparaturen seien angemessen gewesen, so der Experte. Zudem könne der Luftmassenmesser technisch nicht mit der beschriebenen Getriebeproblematik zu tun haben.

Nach rund zwei Stunden Verhandlung vertagte sich schließlich das Gericht auf Ende August. Ob dann ein Urteil gesprochen wird oder noch weitere Zeugen gehört werden, steht noch nicht fest.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eislinger Bluttat: Täter stach morgens zu

Das Verbrechen in der Eislinger Tiefgarage geschah am vergangenen Donnerstag gegen 7 Uhr. Der vermutete Tathergang hat sich bestätigt. weiter lesen