Streit eskaliert: Stoß von der Treppe

Weil sie im Verdacht steht, ihre schwangere Tochter bei einem Streit eine Treppe hinabgestoßen zu haben, steht eine 52-Jährige in Geislingen vor Gericht.

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Der Stein des Anstoßes liegt weit zurück: Im April 2010 soll eine heute 52-jährige Gingenerin bei einem Streit ihre schwangere Tochter eine Treppe hinabgestoßen haben. Gestern musste sich die Frau mit kurdischen Wurzeln vor dem Amtsgericht in Geislingen wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten. Gegen einen Strafbefehl hatte sie Einspruch eingelegt. Die Crux: In derselben Sache waren die Tochter und deren Ehemann - beide ebenfalls aus Gingen - in einem anderen Verfahren wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach dem mutmaßlichen Treppenstoß hatten sie die Mutter verprügelt.

In der Verhandlung zeigte sich schnell, dass durch die Sippe ein tiefer Riss geht, dass die Auseinandersetzung nur die Eskalation eines latenten Konflikts war - laut der 32-jährigen Tochter mitverursacht deshalb, weil ihr Mann von ihren Eltern nie akzeptiert wurde und auch ihre sechs Kindern von den Großeltern nur Verachtung erfahren.

Die Angeklagte gab indes an, an besagtem Tag im April 2010 zur Tochter gegangen zu sein, um mit ihr zu reden. Aus Sicht der Mutter hatte das vergiftete Verhältnis nur zwischen Vater und Tochter bestanden - was letztere jedoch bestritt, vielmehr ihren Eltern nahelegte, ein für allemal von ihnen in Ruhe gelassen zu werden: "Ich habe sie vergessen, sie sollen mich vergessen."

Wann der Streit handgreiflich wurde, ließ sich nicht genau rekonstruieren. Begonnen hatte er jedenfalls auf der Treppe der Nachbarwohnung, wo sich die Frauen begegneten. Erst gab es gegenseitige Beleidigungen, dann ein Gezerre die Treppe hinab. Die Tochter konnte sich an den Ablauf nicht erinnern ("Ich war so aufgewühlt"). Ihr Mann sagte jedoch aus, er sei aus dem Garten hinzugeeilt, nachdem er seine Schwiegermutter ins Haus habe gehen sehen und kurz darauf Geschrei gehört habe. Er sei gerade noch rechtzeitig gekommen, als die Angeklagte die Tochter den letzten Treppenabsatz - etwa vier Stufen - hinabgestoßen habe. Hätte er sie nicht aufgefangen, wäre sie hingefallen, meinte der 36-Jährige.

Zu einem Urteil kam es gestern nicht. Auf Antrag der Verteidigung wird eine weitere Zeugin des Streits - die damalige Haushaltshilfe der Tochter - gehört. Fortsetzung der Verhandlung ist am 6. November.

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